25.04.2018 14:45
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Parlament
Abbau bei Agroscope stoppen
Im März hatte der Bund angekündigt, dass die landwirtschaftliche Forschungsanstalt Agroscope restrukturiert werden soll. Die Wirtschaftskommission des Nationalrates (WAK) fordert nun einen Marschhalt.

Mit 15 zu 8 Stimmen bei 1 Enthaltung hat sie eine Kommissionsmotion verabschiedet, wie die Parlamentsdienste am Mittwoch mitteilten. Sie will den Bundesrat auffordern, zusammen mit den relevanten Anspruchsgruppen und den Kantonen eine Strategie zu erarbeiten. Bis diese vorliegt, sollen keine weiteren Umstrukturierungen stattfinden.

20 Prozent einsparen

Die WAK argumentiert, sie erachte es für wichtig, die entstandene Verunsicherung über die Zukunft von Agroscope einzudämmen und damit auch einer Abwanderung von Mitarbeitenden entgegenzuwirken. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hatte am 9. März über die Pläne für eine Restrukturierung informiert. Agroscope soll sich demnach auf spezialisierte Forschung konzentrieren und die Betriebskosten reduzieren.

Das Ziel ist es, etwa 20 Prozent des Budgets von Agroscope einzusparen. Das bedingt einen Stellenabbau. Die Reform soll jedoch dank einer Zeitspanne von zehn Jahren und neuen Aktivitäten mit Geldern von Dritten sozialverträglich sein. Geplant ist eine Konzentration am Standort Posieux FR, mit mehreren Versuchsstationen.

Standorte im ganzen Land

Agroscope ist in den letzten Jahren bereits umgebaut worden: Die sieben unabhängigen Institute wurden in drei Einheiten zusammengeführt und 2014 unter einem Dach vereint. Nach wie vor hat die Forschungsanstalt aber über das ganze Land verteilte Standorte. Das schade der Effizienz, schrieb das BLW im März.

Laut dem Personalverband «transfair» arbeiten heute 1000 Angestellte an zwölf Standorten bei Agroscope. Zwischen 500 und 600 Personen wären vom Abbau betroffen.

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