21.10.2014 13:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Boden
Ackerbau profitiert von Bodenorganismen
Gedeihen im Boden viele Bakterien, Pilze und Bodentiere, fördert dies eine umweltfreundliche Landwirtschaft. Forscher der Agrarforschungsanstalt Agroscope in Zürich haben herausgefunden, dass dank vielfältigem Bodenleben die Erträge wachsen und weniger Nährstoffe verloren gehen.

Landwirte könnten somit vom Schutz der Bodenlebewesen profitieren, etwa indem sie auf das Pflügen verzichten und weniger Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetzen, wie die Agroscope am Dienstag mitteilte. Dies würde auch die Gewässer schützen, in denen die vom Regen ausgewaschenen Nährstoffe zu Umweltproblemen führen.

Ein Fünftel mehr Mais

Für ihren Versuch haben Marcel van der Heijden und Franz Bender Wiesenboden in Labortöpfe verpflanzt und alle Bodenlebewesen abgetötet. Dann fügten sie diese Fauna entweder in grosser oder in kleiner Artenvielfalt wieder bei und bauten eine Fruchtfolge von Mais, Weizen und Klee-Gras an.

Der Mais erzielte bei hoher Bodentiervielfalt um ein Fünftel höhere Erträge als bei geringer Vielfalt. Die Pflanzen enthielten auch deutlich mehr Stickstoff und Phosphor - vermutlich weil die Pilze besser gediehen, die Pflanzenwurzeln bei der Nährstoffaufnahme helfen. Beim Weizen waren die Resultate ähnlich.

Weniger Nährstoffe abgeflossen

Es flossen ausserdem bei hoher Bodentiervielfalt viel weniger Nährstoffe ins Abwasser ab, nämlich nur halb so viele im ersten Anbaujahr und immerhin ein Viertel weniger im zweiten. Dies entspreche einer Einsparung von 59 Kilogramm Stickstoff pro Hektare, etwa die Hälfte der jährlichen Düngergabe bei Mais und Weizen, erklären die Forscher. Die Forscher fanden zudem einen Zusammenhang zwischen der Besiedlung der Wurzeln mit Mykorrhizapilzen und dem Phosphorgehalt der Pflanzen.

Gerade die Symbiose-Pilze, aber etwa auch Regenwürmer, profitierten sehr von schonenden Anbauverfahren ohne intensive Bodenbearbeitung wie dem Pflügen und mit weniger chemischen Hilfsstoffen. Für die Forscher deuten ihre Resultate somit darauf hin, dass sich dank solcher Praktiken Nährstoffe effizienter nutzen liessen - quasi im Teamwork mit den Bodenorganismen.

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