26.09.2018 13:55
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Nationalrat
Agroscope nicht reorganisieren
Der Bundesrat soll die Reorganisation der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope sistieren. Das verlangt der Nationalrat. Er hat am Mittwoch eine Motion seiner Wissenschaftskommission mit 138 zu 48 Stimmen bei zwei Enthaltungen gutgeheissen.

Der Bundesrat soll die geplante Reorganisation sistieren, bis die vorausgegangene evaluiert und die Vernehmlassung der Stakeholder zur neuen Ausrichtung und Finanzierung von Agroscope ausgewertet ist. Der Nationalrat hatte schon einer ähnlichen Motion seiner Wirtschaftskommission zugestimmt.

«Legen Sie die Zentralisierung jetzt auf Eis»

Die Wissenschaftskommission habe ihre Motion trotzdem nicht zurückgezogen, sagte Sprecherin Martina Munz (SP/SH). Denn die bisherige Kritik sei ignoriert worden. Die Pläne würden vorangetrieben. «Legen Sie die Zentralisierung jetzt auf Eis», sagte Munz zu Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann.

Dieser erklärte erneut, das Projekt sei falsch verstanden worden. Vorerst ändere sich nichts. Das primäre Ziel sei die Stärkung der landwirtschaftlichen Forschung und die Sicherung von Agroscope als eigenständiges Forschungsinstitut.

Betriebskosten reduzieren


Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hatte im März über die Pläne für eine Restrukturierung informiert. Agroscope soll sich demnach auf spezialisierte Forschung konzentrieren und die Betriebskosten reduzieren. Dank einer Zeitspanne von zehn Jahren und neuen Aktivitäten mit Geldern von Dritten soll der Abbau sozialverträglich werden. Geplant ist eine Konzentration am Standort Posieux FR. Schneider-Ammann sagte jedoch, die anderen Standorte würden weiterbestehen.

Agroscope war in den letzten Jahren bereits umgebaut worden: Die sieben unabhängigen Institute wurden in drei Einheiten zusammengeführt und 2014 unter einem Dach vereint. Nach wie vor hat die Forschungsanstalt aber über das ganze Land verteilte Standorte. Über den Vorstoss muss noch der Ständerat befinden. Seine vorberatende Kommission hat zugestimmt. Bereits entschieden hat der Ständerat über einen anderen Vorstoss. Er verlangt, dass die Forschungsanstalt in eine autonome öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes umgewandelt wird.

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