12.04.2016 14:17
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Biolandbau
Aussage von FiBL-Chef kritisiert
Zuversichtlich über das Potential für den Pflanzenbau hat sich der Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL), Prof. Urs Niggli, mit Blick auf die zielgerichtete Erbgutveränderung durch das Verfahren „Crispr/Cas“ geäussert. Die Aussagen sorgten für Kritik.

Wie der Leiter des Forschungsinstituts vergangene Woche gegenüber der Tageszeitung „taz“ erklärte, könnte sich die Technologie beispielsweise als sinnvoll erweisen, um die Gene für die Krankheitsanfälligkeit in Pflanzen zu deaktivieren oder Resistenzgene aus verwandten Wildpflanzen wieder in moderne Sorten einzuführen.

Anstelle einer pauschalen Ablehnung sei es sinnvoll, das Risiko und den Nutzen dieser Gentechnik für jede Anwendung einzeln zu bewerten. Dabei sollten Niggli zufolge Pflanzen mit risikoarmen Veränderungen leichter zugelassen werden als bisherige gentechnisch veränderte Organismen (GVO) und dazu ein differenziertes Prüfverfahren eingeführt werden.

Dem widersprach der Präsident des Anbauverbands Bioland, Jan Plagge. Die neue Gentechnik berge unvorhersehbare Risiken durch ungewollte Effekte im Erbgut, weshalb Crispr/Cas ein „absolutes No-Go“ sei. „Die Natur und auch die Kulturpflanzen stehen in zahllosen Wechselwirkungen. Darin ist die Steuerung durch die Gene ein wichtiges Element“, betonte der Bioland-Chef.

Einmal freigesetzt, lasse sich eine Verbreitung nicht mehr kontrollieren und nehme Landwirten, Herstellern und Konsumenten dieWahlfreiheit, gentechnisch frei zu produzieren und sich zu ernähren. Der Verband setze daher weiterhin ausschließlich auf die natürliche Weiterentwicklung von Tieren und Pflanzen durch Züchtung.

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