10.01.2014 15:29
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Biolandbau
Bio-Silomais: Keine tieferen Erträge wegen Unkraut
Nicht wenige Bauern zögern, auf Biolandbau umzustellen. Sie befürchten, dass Unkraut ihre Erträge reduziert. Doch zumindest bei Bio-Silomais und Bio-Weizen verliert der Bauer durch Unkraut wenig, wie Forscher der Agrarforschungsanstalt Agroscope herausgefunden haben.

Ihre Praxisstudie zeigt, dass Unkräuter auch im Bioackerbau langfristig unter Kontrolle gehalten werden können und nicht in jedem Fall zunehmen, wie sie im Bauernfachblatt «UFA Revue» schreiben. Das Team um Raphaël Wittwer und Adrian Honegger von der Agroscope hat dazu 34 Betriebe in den Kantonen Aargau, Zürich und Thurgau besucht.

Eggen oder Striegeln

Während konventionell produzierende Bauern Unkraut mit Herbiziden in Schach halten, stehen Biobauern viel weniger effiziente Mittel zur Verfügung, zum Beispiel mechanisches Eggen oder «Striegeln». Somit ist eine grössere Fläche ihrer Äcker mit Unkräutern bedeckt. In der Studie waren dies bis zu 70 Prozent - abhängig vom Bodentyp und den Niederschlägen.

Beim Silomais beeinträchtigt dies den Ertrag indes überhaupt nicht, er ist ebenso hoch wie bei konventioneller Bewirtschaftung. Beim Winterweizen liegt er um 20 Prozent tiefer - was höhere Marktpreise und zusätzliche Direktzahlungen aber zumindest finanziell wettmachen oder gar überkompensieren.

Natur profitiert

«Eine Umstellung auf Bio ist also möglich, ohne dass die Erträge mit der Zeit immer kleiner werden», erklärte Wittwer auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Etwas Unkraut sollten zudem auch konventionell arbeitende Bauern tolerieren, ohne gleich zu spritzen, da es kaum zu Einbussen führt.

Die Natur profitiert auf jeden Fall von der Umstellung auf Bio: Auf den Bioparzellen war die Anzahl an Unkrautarten deutlich höher als auf konventionell bewirtschafteten Parzellen. Die Biodiversität im Acker nehme demzufolge nach der Umstellung auf Bio rasch zu, schreiben die Forscher.

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