1.07.2016 07:03
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
GVO
Breite Kritik gegen GVO-Gegner
Mehr als hundert Nobelpreisträger haben sich in einem offenen Brief zur Gentechnik-Debatte frontal gegen die Umweltschutzorganisation Greenpeace gestellt. Das Schreiben ist an alle Regierungen der Welt und an die UNO gerichtet.

Greenpeace stehe an der Spitze von Organisationen, die aus grundsätzlicher Opposition gegen Genmanipulation Produkte wie den Vitamin-A-angereicherten «Goldenen Reis» ablehnten, heisst es in dem am Donnerstag veröffentlichten Brief.

Zu den Unterzeichnern gehören auch die Schweizer Nobelpreisträger für Medizin Werner Arber und Edmond H. Fischer. Der Appell der Nobelpreisträger bezieht sich auf einen Aufruf der UNO-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO, nach dem im Kampf gegen Hunger die globale Produktion von Nahrungsmitteln bis 2050 verdoppelt werden muss.

Kampf gegen Gentechnik beenden

Greenpeace und gleichgesinnte Organisationen sollten vor diesem Hintergrund «die Erkenntnisse zuverlässiger wissenschaftlicher Einrichtungen anerkennen» und ihre «Kampagne» gegen gentechnisch veränderte Organismen im allgemeinen sowie gegen Goldenen Reis insbesondere aufgeben, heisst es im Aufruf der Nobelpreisträger.

Die Regierungen rund um die Welt sollten alles unternehmen, um den Bauern die «Werkzeuge der modernen Biologie» zur Verfügung zu stellen. Der Goldene Reis könne dazu verhelfen, bei 250 Millionen Menschen Krankheit oder Tod durch Vitamin-A-Mangel zu bekämpfen. Die wissenschaftlichen Gremien hätten weltweit «wiederholt und stimmig» aufgezeigt, dass gentechnisch veränderte Nahrungsmittel mindestens ebenso sicher seien wie die aus anderen Produktionsabläufen.

Zweifel an Nutzen von Gen-Reis

Greenpeace wies in einer ersten Reaktion aus Manila die Anschuldigungen zum Vitamin A zurück. Laut dem Internationalen Institut für Reisforschung (Irri) sei der Nutzen von Goldenem Reis bei der Bekämpfung von Vitamin-A-Mangel nicht bewiesen.

Die mit Gentechnik befassten Unternehmen nutzten den Goldenen Reis, um die weltweite Ausbreitung von gentechnisch veränderten Organismen zu forcieren, erklärte Greenpeace. Die «einzige garantierte Lösung» im Kampf gegen Mangelernährung sei eine «gesunde und vielfältige Ernährung».

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE