18.11.2013 11:59
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Luftreinhaltung
Die Moose verkünden: «Die Luft ist wieder rein»
Die chemische Analyse von Moosen zeigt auf, dass die Luftverschmutzung in den letzten 20 Jahren abgenommen hat. Dies berichtet das Bundesamt für Umwelt (BAFU) im am Montag veröffentlichten Bericht über die Moosanalysen 1990 bis 2010. Massnahmen zur Minderung der Ausstösse seien demnach erfolgreich.

Im Rahmen eines gesamteuropäischen Projekts wurden seit 1990 in  27 Ländern regelmässig Metalle, Halbmetalle und ab 2005 auch  Stickstoff in Moosen gemessen. In diesem Zeitraum hat in der  Schweiz die Belastung mit den Schwermetallen Arsen, Cadmium,  Vanadium und vor allem Blei stark abgenommen.

Auch Quecksilber, Chrom, Nickel und Eisen wurden in den Moosen  weniger gefunden. Ursachen seien die Sanierung oder Stilllegung  vieler Industrieanlagen im In- und Ausland seit 1985 sowie die  sauberere Verbrennung von Erdölprodukten.

Besonders stark nahmen demnach jene Metalle ab, gegen die  gezielte Massnahmen ergriffen wurden. Der Bleiausstoss ging um 90  Prozent zurück, was auf den Einsatz von bleifreiem Benzin  zurückgeht. Beim ebenfalls toxischen Cadmium, dessen Werte sich  halbiert haben, ist die bessere Abgasreinigung in Industrie und  Kehrichtverbrennungsanlagen verantwortlich.

Wie schon in früheren Messperioden war auch 2010 die Belastung  mit allen Substanzen in den Südalpen am höchsten. Dies liegt an  hausgemachten Emissionen, hohen Niederschlägen und der dortigen  Topographie, aber auch am Ferntransport aus dem Ballungsraum  Mailand.

Schweiz hat tiefe Werte

Im Europa-Vergleich werden in der Schweiz bei praktisch allen  Elementen eher tiefe Werte gemessen. Doch auch europaweit sind bei  fast allen Elementen die Emissionen in den letzten 20 Jahren  gesunken.

Die Moosanalysen finden im Rahmen der Konvention über die  weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung der  Wirtschaftskommission für Europa bei den Vereinten Nationen  (UN/ECE) statt. Sie ermitteln die atmosphärischen Einträge von  verschiedenen Schwermetallen, in einigen Ländern auch von  Stickstoff, Schwefel und Polyzyklischen Aromatischen  Kohlenwasserstoffen (PAK).

Moose eignen sich für diese Analysen besonders gut, weil sie  Wasser, Nährstoffe und Schadstoffe nicht über die Wurzeln, sondern  direkt aus der Atmosphäre aufnehmen. Die Analyse ist zudem günstig.

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