Sonntag, 17. Januar 2021
05.08.2013 13:37
Reis

Dürre resistenter GV-Reis überzeugt mit gutem Ernteertrag

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Von: sda/afp

Japanische Forscher haben einen gegen Dürre resistenten genveränderten Reis entwickelt, der auch bei grosser Trockenheit einen guten Ernteertrag abwirft. Das entscheidende Gen stammt von einer Reissorte, die im trockenen Hochland der Philippinen angebaut wird.

Dieses Gen hat das Team um Yusaku Uga vom Nationalen Institut für agrarbiologische Wissenschaft in Tsukuba entdeckt, wie es in einem am Sonntag im Fachmagazin «Nature Genetics» veröffentlichten Artikel heisst. Es gelang den Forschern, das Gen zu isolieren und in das Erbgut einer in weiten Teilen Asiens angebauten Reispflanze einzubauen. 

Tiefe Wurzeln 

Die philippinische Reissorte Kinandang Patong hat lange Wurzeln, die senkrecht nach unten in den Boden wachsen und auch in grosser Tiefe Wasser erreichen können. In der Regel hat Reis, der auf unter Wasser stehenden Feldern angebaut wird, flache und in seitliche Richtung wachsende Wurzeln.  

Verantwortlich für die Wurzelentwicklung beim Kinandang-Patong-Reis ist ein Gen, das die japanischen Forscher Deep Rooting (Tiefe Verwurzelung) oder kurz DR01 nannten. Das Gen bauten sie in eine herkömmliche Reispflanze mit der Bezeichnung IR64 ein. 

Beinahe dürreresistent

Die so gewonnene neue Reissaat und die herkömmliche IR64-Saat wurden unter drei verschiedenen Bedingungen in Hochlandfeldern angepflanzt: ohne Dürre, mit einer moderaten Dürre und mit einer schweren Dürre. Beim herkömmlichen IR64-Reis betrug der Ernteertrag bei der moderaten Dürre nur 42 Prozent im Vergleich zum Ernteertrag ohne Dürre. Eine schwere Dürre zerstörte die komplette Ernte.  

Beim Genreis hatte eine moderate Dürre kaum Auswirkungen auf den Ernteertrag. Bei einer schweren Dürre sank der Ertrag um nur 30 Prozent. 

Ohne Bewässerung 

Die neue Sorte könne im Hochland ohne Bewässerung angebaut werden, erklärte Forschungsleiter Uga. Nun solle der Genreis auch in asiatischen Tiefland-Gebieten mit vielen Niederschlägen und auch in Südamerika versuchsweise angebaut werden. 

Viele Wissenschaftler setzten auf die Gentechnik, um widerstandsfähigere Reis- und andere Getreidesorten zu entwickeln und so die Ernährung der Weltbevölkerung zu gewährleisten. Kritiker der Gentechnik argumentieren, dieses Ziel könne auch ohne diese umstrittene Technologie erreicht werden.

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