21.03.2014 10:35
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Klima
Eisendüngung kühlte Eiszeitklima
Und es funktioniert doch: Die Düngung des Südozeans mit Eisen hat während der letzten Eiszeit dem pflanzlichen Plankton zu einer Blüte verholfen. Dadurch dürfte sich der damalige CO2-Gehalt der Atmosphäre verringert haben, was das Klima abkühlte, berichtet ein US-schweizerisches Forscherteam im Fachblatt «Science».

Damit stützen die Geologen die sogenannte «Eisenhypothese», die vor 25 Jahren durch den US-Ozeanographen John Martin aufgestellt worden war, wie die ETH Zürich am Freitag mitteilte. Eisen ist in einigen Ozeanen ein Mangelelement: Während genügend Stickstoff und Phosphor vorhanden sind, begrenzt ein Mangel an Eisen das Wachstum von Algen.

Kein Mittel gegen Klimawandel

Als Unterstützung für die in der Klimadebatte oft geäusserte Idee, mit Hilfe künstlicher Eisendüngung grosser Ozeangebiete den Klimawandel zu bremsen, wollen die Forscher ihre Resultate jedoch nicht verstanden haben. «Eine abwegige Idee», nennt das Studienleiter Gerald Haug von der ETH Zürich.

Der Effekt wäre aufgrund der heute grundlegend andersartigen Ozeanzirkulation deutlich geringer als während der letzten Eiszeit, erklärte Haug in der Mitteilung. Selbst wenn man im subpolaren Südozean eine Fläche von der dreifachen Grösse der USA mit Eisen düngen würde, liesse sich die Klimaerwärmung lediglich um maximal 20 Jahre verzögern.

Versunkene Einzeller

In ihrer Studie ist es dem Team um Alfredo Martínez-García von der ETH Zürich und Kollegen in Bern, den USA, Grossbritannien und Taiwan gelungen, das Algenwachstum in der Eiszeit zu dokumentieren. Dazu haben sie verschiedene Stickstoff-Formen in einzelligen Mikroorganismen miteinander verglichen, die aus einem Sedimentbohrkern aus dem subpolaren Südozean stammten.

Dieser Vergleich zeigte, dass während der letzten Eiszeit tatsächlich mehr Staub vom Südzipfel von Südamerika auf den Südozean geweht wurde und das darin enthaltene Eisen das Algenplankton gedeihen liess. Dabei verbrauchte es Stickstoff, was sich in den Stickstoffspuren in den Einzellern bemerkbar machte.

Die Algen, die wie alle Pflanzen Kohlendioxid (CO2) aus der Luft als Energielieferant benötigen, saugten damit ausserdem Kohlenstoff aus der Atmosphäre auf. «Die erhöhte Kohlenstoffaufnahme durch das reichlich vorhandene Plankton erklärt das Absinken des CO2-Spiegels während der letzten Eiszeit», ist das Fazit der Forscher.

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