11.03.2020 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
China
Fortschritte bei ASP-Impfstoff
Forscher entwickeln in China vielversprechenden Lebendimpfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest .

Forscher des zur chinesischen Akademie der Agrarwissenschaften (CAAS) gehörenden Harbin Veterinary Research Institute wollen einen Lebendimpfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) entwickelt haben. Wie das Institut Anfang März auf seiner Webseite mitteilte, entfernten die Wissenschaftler sieben Gensegmente aus Chinas erstem ASP-Isolat (HLJ/2018) und erzeugten durch die Rekombinationstechnologie und Gendeletion ein neues abgeschwächtes Virus (HLJ/18-7GD)für den Impfstoff.

In Testreihen konnte nachgewiesen werden, dass bei Schweinen, denen der neue Impfstoff verabreicht wurde, sich das klassische ASP-Virus nicht in den parenchymalen Organen, im Blut oder den Lymphknoten vermehrte. Es war nach etwa zwei Wochen im Körper nicht mehr vorhanden und konnte in vivo nicht aufrechterhalten werden.

Bei Sauen habe die Immunisierung durch den Impfstoff keine negativen Auswirkungen auf Trächtigkeit oder die Zahl der geworfenen Ferkel gehabt. Die Forscher konnten zudem den Impfstoffstamm effizient in primären Knochenmarkzellen von Schweinen kultivieren und mindestens 200 000 Impfstoffdosen aus den Primärzellen eines Ferkels herstellen. „Der Impfstoff ist derzeit der vielversprechendste Impfstoff für die industrielle Anwendung und wird ein wichtiges technisches Mittel zur wirksamen Vorbeugung und Bekämpfung der ASP in China und verwandten Ländern darstellen“, schlussfolgerten die Wissenschaftler. Das genveränderte und abgeschwächte Virus sei ein sicherer und wirksamer Impfstoff gegen die ASP.

Kürzlich hatte auch die Amerikanische Gesellschaft für Mikrobiologie (ASM) über die Entwicklung eines experimentellen Impfstoffs berichtet (AgE 7/20, Länderberichte 31). Dabei wurde ebenfalls über die Entfernung eines Gens, allerdings aus dem Stamm des ASP-Georgien-Virus, ein Vakzin namens I177L entwickelt. Die damit geimpften Schweine blieben laut ASM in der Beobachtungszeit von 28 Tagen ohne klinische Symptome und zeigten auch keine Virusausscheidung.

Hauk setzt Schonzeiten aus

Nachdem am 21. Januar bei einem verendeten Wildschwein in Polen, nur 12 km von der deutschen Grenze entfernt, das ASP-Virus nachgewiesen wurde, hat es dem Bundeslandwirtschaftsministerium zufolge keinen Kadaverfund gegeben, der näher am bundesdeutschen Staatsgebiet lag. Derweil hob Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk am vergangenen Mittwoch in Stuttgart die Bedeutung der konsequenten Bejagung von Wildschweinen hervor. „Um die Jägerschaft bei ihrem wichtigen Auftrag zu unterstützen, wird auch in den Jahren 2020 und 2021 die allgemeine Schonzeit in den Monaten März und April für Schwarzwild ausgesetzt“, kündigte der Minister an. Im Falle eines Eintrags der Tierseuche in die Wildschweinpopulation sei die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Erregers vor allem von der Schwarzwilddichte abhängig. Je geringer die Population sei, desto geringer werde die Wahrscheinlichkeit einer Infektionsübertragung von Tier zu Tier. „Daher müssen alle notwendigen Anstrengungen unternommen und die Bejagung intensiviert werden“, betonte Hauk. Er wies jedoch darauf hin, dass trotz der weiterhin ganzjährigen Bejagung von Schwarzwild der Schutz der zur Aufzucht von Jungtieren notwendigen Elterntiere zu beachten sei.

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