20.12.2017 11:26
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Geheimnis der Samenbildung gelüftet
Samen und Früchte sind für die menschliche Ernährung entscheidend: Nun haben Zürcher Forscher einen wichtigen Prozess in der Samenbildung beschrieben. Er erlaubt ihnen Befruchtung, Wachstum und Schädlingsabwehr der Samen und Früchte zu beeinflussen.

Im Fokus der Forscher eines internationalen Teams unter Leitung der Universität Zürich steht: Der Pollenschlauch. Dieses Gebilde entsteht, wenn sich während der pflanzlichen Fortpflanzung Pollen auf der Blütennarbe ablagert. Der Pollen keimt aus und bildet den Pollenschlauch.

Pollenschlauch kommuniziert

Er soll zwei Spermien zu einer weiblichen Samenanlage transportieren, diese damit befruchten und die Samenbildung einleiten. Dafür muss der Pollenschlauch wachsen und zwar in die richtige Richtung. Wie er das schafft, haben die Forscher nun beschrieben, wie aus einer Medienmitteilung vom Mittwoch hervorgeht.

Der Pollenschlauch kommuniziert mit dem weiblichen Pflanzengewebe, indem er Signalstoffe absondert. Mit Rezeptoren nehmen Zellen des Pollenschlauchs die Signalstoffe wiederum wahr und leiten die Informationen ins Zellinnere weiter. Aufgrund der Informationen wächst er in die entsprechende Richtung.

LRX-Proteine

Die Forscher haben gezeigt, dass es gewisse Eiweisse braucht, damit der Pollenschlauch die Signalstoffe erkennen kann. Es handelt sich dabei um sogenannte LRX-Proteine, die eine Forschergruppe der Universität Zürich vor 15 Jahren identifiziert hat, ohne mehr über ihre Funktion in Erfahrung bringen zu können.

Nun hat sich dieser Puzzlestein eingefügt: An den LRX-Proteinen docken die Signalstoffe an. Damit nimmt der Pollenschlauch Informationen auf und richtet sein Wachstum aus. Laut den Forschern kommt es bei Pflanzen selten vor, dass dieselben Zellen Signalstoffe aussenden und gleichzeitig auch wahrnehmen.

Die Wissenschafter nehmen an, dass der schnell wachsende Pollenschlauch dadurch rascher reagieren kann. Diese Signalwege sind an vielen anderen Prozessen beteiligt. Durch das Wissen um die Funktion der Proteine können die Forscher Befruchtung, Samenbildung, Wachstum und Abwehrfunktionen beeinflussen.

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