3.03.2020 09:18
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Genschere: Zielsicherheit verbessert
Forscher verwenden die «Genschere» Crispr/Cas9 für Erbgut-Veränderungen in verschiedensten Organismen und überlegen, sie auch bei Erbkrankheiten am Menschen einzusetzen. Dafür wären Schnitte an der falschen Stelle fatal. Ein Forscherteam verbesserte nun die Zielsicherheit des Werkzeugs.

Das Team um die Cripsr-Entdeckerin Emmanuelle Charpentier vom Max Planck Institut für Infektionsbiologie in Berlin beschreibt im Fachblatt «Nature Chemical Biology», dass Veränderungen in der sogenannten «Brücken-Spirale» (Bridge helix) von Cas9 die Schere genauer arbeiten lassen. Dort gibt es eine Häufung der Aminosäure Arginin. 

Diese Region ist wichtig dafür, dass Cas9 das richtige Ziel findet, daran bindet, und auf gewisse Art verifiziert, bevor die Genschere tätig wird, erklärte Krzysztof Chylinski von den Vienna Biocenter Core Facilities in Wien, der sowohl an der Entdeckung der Genschere Crispr/Cas9 als auch an der aktuellen Arbeit beteiligt war.

Als die Forschenden eine Arginin-Aminosäure (Nummer 63) und eine Glutamin-Aminosäure (Nummer 768) von Cas9 mit der Aminosäure Alanin ersetzten, nahm die Genschere es sowohl bei Bakterien als auch bei menschlichen Zellen mit dem Ziel genauer, und schnitt seltener, wenn es nicht genau den Vorgaben entsprach, berichten sie.

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