22.10.2018 13:28
Quelle: schweizerbauer.ch - dha
Ammoniak
Gülle für die Umwelt filtern
Raphael Iten und sein Team haben eine Technik etwickelt, um Ammoniak aus der Gülle zu filtern. Nun sucht er Unterstützer. -> Mit Video

Ammoniak in der Gülle oder als entweichendes Gas bei der Gülleausbringung steht überall unter Beschuss. Nun möchte Raphael Iten, ein Wirtschaftsstudent der HSG St.Gallen, mit einer speziellen Filteranlage dem Ammoniak den Kampf ansagen. Zu diesem Zweck hat der junge Student  bereits 2014 zusammen mit seinem Vater eine Aktiengesellschaft gegründet. 

Den Gehalt senken

Das Ziel von Initiant Raphael Iten ist klar: Er möchte die Ammoniak-Emissionen und den Stickstoffeintrag ins Grundwasser reduzieren. Dies möchte er über einen reduzierten NH3-Gehalt in der Gülle erreichen. Die von ihm und von seinem Team entwickelten Geräte funktionieren nach dem sogenannten Stripp-Verfahren, mit welchem Ammoniak aus der Gülle gefiltert wird. 

Im Prinzip funktioniert das Verfahren wie bei einem Prallteller in einem geschlossenen Tank, das Ammoniak-Gas wird separat in Wasser gebunden und in einen Tank geleitet. Das in Wasser gebundene Ammoniak soll laut Iten danach der Kunstdüngerproduktion zugeführt werden, damit der Nährstoffkreislauf der Natur nicht unterbrochen werde. 

Bereits getestet

Im Team rund um das sogenannte Pura-System-Projekt wirkt bereits ein Landwirt mit. Auf dessen Hof wurden die ersten Testgeräte ausprobiert. Der Schweine- und Milchviehalter Dominic Landolt aus Oerlingen ZH ist laut dem Vorstellungsvideo auf der Projekt-Homepage überzeugt vom Nutzen einer solchen Anlage. 

Nun hat Raphael Iten zusammen mit seinem Team eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Er möchte so online Geld sammeln, damit ein Prototyp finanziert werden kann. Die Maschine wäre so gross wie ein Container, könnte pro Stunde einen Kubikmeter Gülle verarbeiten und den Ammoniakgehalt der Gülle um 60 bis 90 Prozent senken. So möchte das Team seinen Beitrag zu sauberem Trinkwasser leisten.

www.purasystem.ch

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