Sonntag, 26. Juni 2022
07.04.2022 06:33
Klima

Klimawandel: Bäume treiben immer früher aus

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Von: sda

Die Blüte der Wildkirsche in der Schweiz beginnt heute im Schnitt 11 Tage früher als noch vor 1950. Das ist nur ein Beispiel eines früheren Blühbeginns von Bäumen – ein deutliches Zeichen der globalen Klimaerwärmung.

In der Fachzeitschrift «Nature Climate Change» stellen Forschende um Yann Vitasse von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) die fünf weltweit längsten Zeitreihen zum Frühlingsaustrieb von Bäumen vor.

Verschiebungen beispielslos

Die Verschiebungen der Pflanzenblüte und des Blattaustriebs im Frühjahr seien beispiellos seit Mitte der 1980er Jahre und stünden im Einklang mit der Beschleunigung der globalen Erwärmung, berichten die Wissenschaftler.

Demnach verschob sich der Blatt- und Blütenaustrieb in den letzten 36 Jahren in China um sechs, in der Schweiz bis zu dreissig Tage nach vorne – parallel zum globalen Temperaturanstieg. Bemerkenswert sei, dass die Blüte der Kirschbäume im japanischen Kyoto im Frühjahr 2021 der früheste jemals aufgezeichnete Termin in mehr als 1200 Jahren war.

Zwei Schweizer Zeitreihen

Die Blüte der Kirschbäume in Kyoto stellen denn auch die allerlängste phänologische Zeitreihe dar, die weltweit jemals aufgezeichnet wurde. Die Dokumentation in alten Tagebüchern und Chroniken reicht zurück ins Jahr 812 nach Christus. Deutlich weniger lange, aber ebenfalls in den «Top Five» finden sich zwei Zeitreihen aus der Schweiz: Seit 1808 beobachtet der Grand Conseil de la République et canton de Genève eine Rosskastanie. Und seit 1894 überwachen das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain und MeteoSwiss einen Kirschbaum im Kanton Basel-Landschaft.

Zwar sind die phänologischen Veränderungen in den fünf vorgestellten Zeitreihen äusserst bemerkenswert. Doch liegen sie nicht einmal in jenen Weltregionen, wo sich das Klima bislang am stärksten und um mehr als 2,5 Grad erwärmte. «Dort ist zu erwarten, dass die zeitliche Verschiebung von Ereignissen im Lebenszyklus von Organismen noch extremer ausfällt», liess sich Vitasse in einer Mitteilung der WSL vom Mittwoch zitieren.

Sensibilisierung für Klimaveränderungen

Solche abrupten Veränderungen in der Phänologie können gemäss den Forschenden vielfältige Auswirkungen auf die Ökosysteme haben, auf die Interaktion zwischen Arten, die Verfügbarkeit von Nahrung und die globale Kohlenstoffbilanz.

Sie argumentieren zudem, dass solche langen Zeitreihen besonders nützlich seien für die Kommunikation, um das Bewusstsein für die Auswirkungen des Klimawandels in der Bevölkerung zu schärfen und die Erderwärmung dringlich einzudämmen.

Die Zeitreihen des Blühbeginns und Blattaustriebs sind nicht nur perfekte Indikatoren für die Wissenschaft, sondern auch ein leicht zu beobachtendes Phänomen für die Bevölkerung, sogar für Kinder. «Sie sind konkrete, anschauliche Anzeiger für die Beschleunigung des Klimawandels», sagt Erstautor Yann Vitasse von der Forschungsgruppe Ökosystem-Ökologie der WSL.

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4 Responses

  1. Klar gibt es einen Klimawandel und im Moment ist es wärmer als noch 1850 und damit hat sich auch der CO2-Gehalt in der Luft erhöht.
    Es ist aber unaufrichtig von den Massenmedien und „Wissenschaftlern“ diesen Klimawandel auf das menschliche Verhalten zu schieben!
    Die Wissenschaft ist ein 2-stöckiges Gebäude: unten die Fakten, oben die Interpretation.
    Fakt: Es wird früher Frühling. Interpretation: Das Klima hat sich verändert.
    ABER NICHT: DER MENSCH HAT DAS VERURSACHT!

  2. DIE Zeigerpflanze für den Frühling ist die Forsythie, und diese war dieses Jahr nicht sehr früh. Auch über die letzten Jahre und Jahrzehnte kam sie eher später als früher. Siehe: „Frühling passt nicht ins Klimanarrativ: Blüte der Hamburger Forsythie verspätet sich immer mehr“ auf kaltesonne.de.

  3. Durch den Ökologisierungswahn, in der Schweiz, (ich will an dieser Stelle nicht parteipolitisch werden ), geht immer mehr Kulturland,das zur Produktion, in der gegenwärtigen Situation dringend benötigt würde, verloren. Zwei Beispiele, von fragwürdigen Ökoflächen:
    Streufläche in der LN, im 6. Anmeldungsjahr. Schnittgut, wurde immer nur an Haufen geworfen. Heute praktisch nur noch Unkraut, Hohlzahn, (Gluren) in Reinkultur. Kein Schnittgut abgeführt.

  4. 2. Beispiel : EX Wi, im 6. Anmeldungsjahr.Fläche ist durch schwere Maschinen, des Lohnunternehmers, ( Traktormähwerk und Grossballenpresse im Einsatz,bei ungünstigen Bodenverhältnissen,) total verkarrt, trotzdem nur eine Nutzung, pro Jahr gemacht wird.
    Das sind leider nicht Einzelbeispiele. Wenn das jemanden interessieren würde,(zB Kontrollorganisation).
    Meine Telefonnummer: 079 246 31 90.

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