4.10.2020 13:52
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt/mge
Forschung
Klimawandel verändert Naturschutzgebiete
Die Naturschutzgebiete der Erde sind das Rückgrat für die Bewahrung globaler Biodiversität. Vom künftigen Klimawandel sind sie in sehr unterschiedlicher Weise betroffen. Detaillierte Kenntnisse der Klimawandelfolgen vor Ort können daher zum Management von Schutzgebieten und zum Erhalt ihrer ökologischen Leistungen wesentlich beitragen.

Eine biogeografische Studie der Universität Bayreuth macht in der Zeitschrift „Diversity and Distributions“ aud die Folgen des Klimawandels für Naturschutzgebiete aufmerksam. Sie beruht auf Klimaprognosen für mehr als 130.000 Naturschutzgebiete weltweit. Für ihre neue Studie wurden insgesamt 137.735 Naturschutzgebiete in sechs Kontinenten untersucht.

Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, welchen Abweichungen von den derzeitigen Klimabedingungen diese Gebiete in den kommenden fünf Jahrzehnten ausgesetzt sind und wie dadurch Pflanzen- und Tierarten vor Ort gefährdet werden. „Pauschale Prognosen zum Klimawandel reichen nicht aus, um dem drohenden weiteren Verlust an Biodiversität entgegenzutreten.

Auswirkungen sehr lokal

Dies kann nur gelingen, wenn wir mehr darüber wissen, welche lokalen Klimaänderungen – beispielsweise in Naturschutzgebieten – durch globale Tendenzen verursacht werden. Wie unsere Studie eindrucksvoll belegt, können diese lokalen Auswirkungen schon in räumlich benachbarten Gegenden sehr verschieden ausfallen“, sagt Beierkuhnlein.

Besonders starke lokale Klimaänderungen sind bis 2070 vor allem in Schutzgebieten tropischer Länder zu erwarten. Diese haben heute für den Erhalt weltweit gefährdeter Pflanzen- und Tierarten eine grosse Bedeutung und stehen unter hohem Druck, weil sie von den Menschen intensiv genutzt werden.

Gebirge als Sackgasse

Einige von ihnen liegen in Gebirgen hoch über dem Meeresspiegel. Hier werden die Temperaturen infolge des Klimawandels voraussichtlich spürbar ansteigen. Folglich werden einige gefährdete Arten wahrscheinlich versuchen, in höhere und deshalb kühlere Gebirgsregionen auszuweichen. Dort aber könnte die Gefährdung einzelner Arten schnell ansteigen, weil in der Höhe weniger Ressourcen verfügbar sind. „Für wandernde Arten könnten sich höhere Gebirgslagen als Sackgasse erweisen“, erklärt Hoffmann.

Die neue Studie zeigt aber auch: Schutzgebiete, in denen künftige Klimaverhältnisse besonders stark von der Gegenwart abweichen, haben einige Eigenschaften, die sich vorteilhaft auf den Erhalt von Arten auswirken können. Sie sind oft sehr gross, weisen sehr unterschiedliche Landschaftsprofile auf und bieten daher vielfältige Umweltbedingungen. Zudem sind sie durch direkte menschliche Eingriffe wenig belastet und kaum durch Verkehrswege zerschnitten

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