7.05.2019 11:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Landwirtschaft bald unnötig
Mit einem innovativen Verfahren wollen schwedische Forscher Futter- und Lebensmittel ohne Photosynthese oder herkömmliche Landwirtschaft erzeugen und so die Umweltauswirkungen der Agrarproduktion drastisch reduzieren.

Wie die Universität Uppsala berichtete, setzen Wissenschaftler um Prof. Tomas Linder dabei auf die Fähigkeit bestimmter Mikroorganismen, essbare Proteine, Fette und weitere Stoffe aus einfachen organischen Substanzen herzustellen. Vorbild ist der auch in Deutschland verfügbare Fleischersatz „Quorn“, der aus dem fermentierten Myzel des Schlauchpilzes Fusarium venenatum erzeugt wird.

„Futtergrundlage“ der Mikroorganismen sind in dem von Linder konzipierten Prozess Kohlenwasserstoffe wie Alkohol oder organische Säuren, die zuvor auf chemischem Wege aus atmosphärischem Kohlendioxid und Wasser hergestellt wurden. Dies wäre dem Biochemiker zufolge wesentlich ressourceneffizienter und klimaschonender als die bisher üblichen Methoden zur Erzeugung pflanzlicher oder sogar tierischer Nahrungsmittel.

Linder weist darauf hin, dass die Sojabohnenerzeugung heute weltweit rund 120 Mio ha an Ackerland und damit in etwa die Gesamtfläche von Südafrika beanspruche. Die gleiche Menge an Protein könnte mit Hilfe von Mikroorganismen auf Produktionsflächen im Umfang der schwedischen Insel Öland hergestellt werden.

Da die Wachstumsbedingungen der Organismen in speziellen Tanks reguliert würden, sei die Produktion zudem unabhängig von den Witterungsbedingungen und könne theoretisch in allen Klimazonen stattfinden, erläuterte der Forscher. Linder betont zudem, dass die dafür notwendigen Technologien bereits zur Verfügung stünden.

So sei es problemlos möglich, Kohlendioxid aus der Luft zu extrahieren und beispielsweise in Methanol umzuwandeln, das zum Füttern der Mikroorganismen eingesetzt werden könne. Der schwedische Wissenschaftler regt an, die Methode insbesondere zur Erzeugung von Eiweissfuttermitteln einzusetzen, um den klimatischen Fussabdruck der Tierproduktion zu verringern.

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