23.04.2019 07:34
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Landwirtschaft: Diversifizierung nützt
Eine Diversifizierung in der Landwirtschaft mit langen Fruchtfolgen oder Strukturelementen wie Hecken und Blühstreifen nützt der Artenvielfalt, kann aber auch agronomische Vorteile mit sich bringen.

Das zeigt eine systematische Literaturrecherche, bei der Forscher der Universität Göttingen nach Massnahmen gesucht haben, die sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile verknüpfen.

Ertragsrisiko mindern

„Längere Fruchtfolgen, Mischkulturen, Untersaaten, Zwischenfrüchte, pfluglose Bodenbearbeitung, Agroforstsysteme und Strukturelemente wie Blühstreifen oder Hecken erhöhen erheblich die Artenvielfalt, können aber auch den Ertrag stabil halten und damit das Ertragsrisiko mindern“, erläuterte Erstautorin Julia Rosa-Schleich aus der Abteilung Agrarökologie der Göttinger Hochschule. Eine solche Diversifizierung könne auch den Schädlings- und Unkrautdruck verringern, so dass der Landwirt dann Kosten für Bekämpfungsmassnahmen einspare.

Massnahmen zur Diversifizierung könnten auch kombiniert werden, etwa bei der Verbindung von Nutztierhaltung mit Ackerbau, der konservierenden Bodenbearbeitung oder der ökologischen Landwirtschaft. Die interdisziplinäre Studie zeigt nach Angaben der Universität Göttingen, dass kombinierte Massnahmenpakete besonders gut für einen ökologisch-ökonomischen Kompromiss sind.

Geringere Maschinen- und Arbeitskosten


„Diversifizierung kann die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft und ökologische Prozesse wie Schädlings- und Unkrautkontrolle, Bestäubung, Bodenfruchtbarkeit, Nährstoff- und Wasserverfügbarkeit oder Kohlenstoffspeicherung fördern“, betonte der Leiter der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen, Prof. Teja Tscharntke. Zu möglichen ökonomischen Vorteilen gehören ihm zufolge neben der Ertragsstabilität und Einsparungen bei Pflanzenschutzmitteln und Mineraldüngern auch geringere Maschinen- und Arbeitskosten sowie eine bessere Vermarktung, bei der ein höherer Profit erzielt werden kann.

Die Studie macht laut Darstellung von Tscharntke deutlich, dass es viel mehr als bisher einer gezielten Forschung für ökologisch vorteilhafte und ökonomisch tragfähige Konzepte in der Landwirtschaft bedürfe. Dazu gehören für ihn auch neue Anreizsysteme im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), die gerade die Kombination verschiedener Verfahren beförderten.

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