15.09.2014 11:43
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Landwirtschaft: Nützliche Bakterien und Pilze entdecken
Bakterien und Pilze leben in gewaltigen Mengen im Boden, auf Pflanzen und im Inneren von Mensch und Tier. Diese Mikroorganismen können schädlich oder nützlich sein - etwa zur Käseherstellung. Mit einem grossangelegten Forschungsprogramm will die Agroscope nun ihre Vielfalt erkunden.

In einem Gramm Boden können so viele Bakterien und Pilze leben wie es Menschen auf der Welt gibt, wie die Agrarforschungsanstalt Agroscope am Montag in einer Mitteilung schrieb. Was sie alles leisten, begann die Forschung in den letzten 200 Jahren mit Hilfe von Mikroskop und speziellen Nährmedien zu erschliessen.

Mikrobielle Biodiversität

Es fanden sich dabei Krankheitserreger von Mensch, Tier und Pflanze, aber auch Nützlinge, die Pflanzenschädlinge in Schach hielten oder Nahrungsmittel veredelten - zum Beispiel Gerstensaft zu Bier. Im Boden entdeckte man für die Pflanzenernährung wichtige Bakterien und Pilze.

Doch erst in jüngster Zeit erschloss sich dank genetischer Diagnostik die extreme Vielfalt der Mikroben. Derzeit kenne und nutze man noch nicht einmal die Spitze des «mikrobiellen Eisbergs», hiess es in der Mitteilung. Die Agroscope hat deshalb jetzt das Agroscope-Forschungsprogramm (AFP) «Mikrobielle Biodiversität» lanciert.

Nutzen für Ernährung und Landwirtschaft

Während vier Jahren soll es die Vielfalt und Funktionen der Mikroorganismen in land- und ernährungswirtschaftlichen Systemen erforschen. Es umfasst vier Themengebiete: Boden, Pflanze und fermentierte Milchprodukte sowie Genomanalyse und Bioinformatik, die sich mit der Bearbeitung und Analyse grosser Datenmengen befasst.

Ziel sei es, unter den Mikroben Verbündete für eine schonende Landwirtschaft und zur Herstellung hochwertiger, sicherer Nahrungsmittel zu finden. Für das Forschungsprogramm wurden zwei Millionen Franken für vier Jahre gesprochen, mit der Auflage, dass zusätzlich derselbe Betrag über Drittmittel eingeholt werden muss, wie die Agroscope auf Anfrage mitteilte.

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