23.09.2020 15:28
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Meeresströmungen verschieben Tropen
Nach Erkenntnissen des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) ist eine in jüngerer Zeit feststellbare Ausdehnung der Tropen auf Veränderungen von grossflächigen Meeresströmungen zurückzuführen.

Bislang hatten Wissenschaftler die Gründe vor allem in atmosphärischen Veränderungen oder eher langfristigen Klimaschwankungen gesucht, wie das Institut am Mittwoch mitteilte.

«Bisher zu kompliziert gedacht»

Den Physikern des AWI zufolge wird die Ausdehnung aber «offenbar» durch eine veränderte Erwärmung der Ozeane verursacht. Auf beiden Halbkugeln der Erde gebe es gigantische wirbelartige Strömungen in den Meeren, die Wassermassen und damit auch die von diesen gespeicherte Wärmeenergie konzentrierten. Diese Wirbel würden stärker und heisser, was die subtropischen Ozeanregionen erwärme.

Das passe «perfekt» zu den Beobachtungen über eine Ausdehnung der Tropen, berichten die Forscher im Fachmagazin «Journal of Geophysical Research». «Bislang hat man zu kompliziert gedacht und komplexe Veränderungen in der Atmosphäre als Ursache vermutet - in Wahrheit ist es ein relativ einfacher Mechanismus der Meeresströmungen», erklärte der Erstautor Hu Yang vom AWI.

Klimamodelle erklären Phänomen nur unzureichend

Nach Angaben der Forscher gibt es seit einiger Zeit Anzeichen dafür, dass sich die tropische Klimazone nach Norden und Süden ausdehnt. Klimamodelle können dieses Phänomen bisher aber nicht schlüssig erklären. 

Den AWI-Experten zufolge könnte diese Ausdehnung auch mit Dürrephasen im europäischen Mittelmeerraum, in Australien und im US-Bundesstaat Kalifornien zusammenhängen. Dies sei allerdings nicht mit Gewissheit zu sagen, betonten sie.

Mehr dazu hier -> https://doi.org/10.1029/2020JD033158

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