9.01.2020 13:32
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Forschung
Mosaik macht Landschaften robuster
Artenvielfalt macht Ökosysteme stabiler, soviel ist bekannt. Forscher haben nun aber die Vielfalt von Landschaften als Mosaik aus Grünfläche, Wasser, Acker und Siedlung untersucht. Erstaunlicherweise wirkt auch diese Vielfalt positiv, unabhängig von der Artenvielfalt.

Forschende fokussierten bisher stark auf die Artenvielfalt und ihre Wirkung auf das Ökosystem als Ganzes. «Die realen Landschaften sind aber viel komplexer als die kleinen, in der Wissenschaft untersuchten Versuchsflächen. Sie bestehen neben natürlichen auch aus vielen vom Menschen beeinflussten Anteilen wie Ackerland oder Siedlungsflächen», sagt Pascal Niklaus, Professor am Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften der Universität Zürich (UZH).

5000 Landschaftsflächen

Die Forscher haben nun überraschenderweise ähnlich positive Effekte einer Vielfalt festgestellt, die sich auf die Flächennutzung in Landschaften bezieht. Ein komplexeres Mosaik aus Wiesen, Wäldern, Gewässer, Siedlungen und Ackerland steigert die pflanzliche Produktivität gegenüber Landschaften, die weniger durchmischt sind, wie sie im Fachblatt «Nature Communications» berichten.

Der positive Zusammenhang zwischen diverserer Landnutzung und höherer Produktivität hängt weder von der Region, noch von den klimatischen Verhältnissen oder der Höhenlage ab. Zudem war die pflanzliche Produktivität diverserer Landschaften im Zeitverlauf konstanter. Vielfältigere Landschaften puffern Klimaschwankungen gemäss den Forschern besser ab. Der positive Effekt zeigte sich dabei auch unabhängig von der Pflanzenvielfalt in diesen Gebieten.

5000 Landschaftsflächen

«Dass Landschaften mit stärker durchmischten Landnutzungen besser funktionieren, bedeutet aber nicht, dass grüne Flächen durch eine Ausweitung der Siedlungsfläche zerstückelt werden sollten», warnt Pascal Niklaus.

Das Forschungsteam um Niklaus erfasste mithilfe von Luftaufnahmen die Landnutzung auf fast 5000 Landschaftsflächen in der Schweiz. Zudem bestimmten sie anhand von Satellitendaten die pflanzliche Produktivität über einen Zeitraum von 17 Jahren.

Auch unabhängig von Pflanzenvielfalt

Die Wechselwirkung verschieden genutzter Flächen scheint die Funktion der ganzen Landschaft zu verbessern. Eine wichtige Erkenntnis auch für die Raumplanung. 

Welche Mechanismen hinter dem positiven Effekt von vielfältigen Landschaften stecken, wollen die Forschenden nun weiter entschlüsseln. Beispielsweise verändern Siedlungs- und Wasserflächen das Klima ihrer Umgebung, was die Produktivität der dortigen Pflanzen verbessern könnte.

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