29.10.2018 11:35
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Mykotoxine: Klimawandel schafft Probleme
Der Klimawandel verursacht auch neue Probleme in Zusammenhang mit der Bildung von Mykotoxinen. Das ist ein Ergebnis der Konferenz „Fungi and Mycotoxins in Foods“, die vom 8. bis zum 10. Oktober am Max-Rubner-Institut (MRI) in Karlsruhe stattfand.

Wie das MRI am vergangenen Donnerstag dazu berichtete, wurde im Rahmen der Veranstaltung ein umfassender Überblick über die aktuelle Situation in der Bekämpfung des Mykotoxinproblems gegeben. Die kontinuierliche Untersuchung der Mykotoxinbildung zeige beispielsweise, dass neue Probleme eher durch bislang wenig beachtete oder modifizierte Gifte entstünden. 

Diese Situation sei zum Teil darauf zurückzuführen, dass die verantwortlichen Pilze eine sehr hohe Anpassungsfähigkeit an sich verändernde Umweltbedingungen hätten. Laut Darstellung des Forschungsinstituts ist bekannt, dass gerade Stressbedingungen, die während des Wachstums auf dem Feld, während der Ernte oder während der Lagerung unter kontrollierten Bedingungen auftreten, zu einer Erhöhung der Giftbildung bei stark reduziertem Wachstum führen können. Die Produktion der Mykotoxine werde teilweise als Anpassung an bestimmte Umweltbedingungen betrachtet. 

Nach Ansicht der Wissenschaftler ist diese Art von Grundwissen notwendig, um gezielte Massnahmen zur Kontrolle der Giftbildung zu entwickeln. Auch die Kenntnis von neuartigen und modifizierten Mykotoxinen sei grundlegend, um die Sicherheit eines Produktes bewerten zu können. Laut MRI zeigen aktuelle Ergebnisse zum Einfluss des Klimawandels, dass Pilzarten, die üblicherweise in Regionen mit höheren Temperaturen vorkommen, mittlerweile neue Areale besiedeln. In der Konsequenz könnten auch die Gifte dieser Arten in entsprechenden Produkten nachgewiesen werden. 

Ein weiteres Problem sei die Identifizierung von neuen oder veränderten Mykotoxinen, deren toxikologische Bedeutung noch nicht geklärt sei. Aus diesen Gründen werde die Mykotoxinforschung weiterhin ein wichtiger Schwerpunkt innerhalb der Forschung zur Lebensmittelsicherheit am MRI bleiben.

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