19.04.2018 13:10
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Neuer Nachweistest für Futtermittel
Einen sicheren Test für den Nachweis unerwünschter tierischer Proteine wie beispielsweise Rinder-Tiermehl in Futtermitteln verspricht ein neues Verfahren, das Wissenschaftler am Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut (NMI) der Universität Tübingen entwickelt haben.

Im Fokus des vom deutschen Agrarministerium geförderten Verbundprojekts „Animal-ID“ stehen die Bruchstücke von Proteinen, die sogenannten Peptide. Bei dem Verfahren werden nach Angaben der Universität die in der Futterprobe enthaltenen Proteine zunächst mit Hilfe des Enzyms Trypsin zerlegt, um lösliche Peptide zu erhalten. 

In einem zweiten Schritt fischen von NMI-Forschern entwickelte Antikörper die für Rinder typischen Peptide aus der Mischung. Anschliessend wird mit einer Kombination aus Flüssigchromatographie und Massenspektrometrie die Menge der Zielpeptide zuverlässig bestimmt. Laut dem beteiligten Wissenschaftler Andreas Steinhilber vom NMI wird mit dem Verfahren derzeit eine Nachweisgrenze von 1 Gramm Rindermehl in 1 Kilogramm pflanzlichem Rinderfuttermittel erzielt. 

Die Methode ist laut Steinhilber allerdings nicht auf Rinderprotein beschränkt. Mit dem gleichen Verfahren könne in Zukunft auch festgestellt werden, ob beispielsweise Pferdefleisch in einer Lasagne untergemischt worden sei. Der vom NMI vorgestellte Nachweis soll nun für eine kommerzielle Nutzung weiterentwickelt werden.

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