2.06.2017 06:06
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Neues Verfahren zur Blattdüngung
Forscher haben jetzt ein neues Verfahren zur Blattdüngung auf der Basis biokompatibler Mikrogele vorgestellt. Die Wissenschaftler entwickelten ein Gel aus quervernetzten Molekülen, das Wasser und andere Stoffe, wie beispielsweise Düngersubstanzen, sehr effektiv binden kann.

Die Oberfläche der Gelpartikel sei mit Ankerpeptiden aus Milchsäurebakterien bestückt, die fest an der Blattoberfläche hafteten und so ein Auswaschen verhinderten, berichteten die Wissenschaftler vom DWI-Leibniz-Institut für Interaktive Materialien in Aachen, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen und der Universität Bonn.

Gleichzeitig bilde das im Gel enthaltene Wasser eine wässrige Mikroumgebung, in der die Nährstoffe in die Blätter diffundieren könnten. Mit dieser Methode würde beispielsweise Eisen langsam und kontrolliert an die Pflanze abgegeben. Versuche haben den Forschern zufolge gezeigt, dass gelb gewordene Blätter von unter Eisenmangel leidenden Gurkenpflanzen mit Hilfe des neuen Blattdüngers schnell wieder grün wurden. Durch die Ausstattung mit anderen Bindestellen könnten die „Mikrogel-Container“ mit einer Vielzahl an Metallionen oder Wirkstoffen beladen werden.

Dadurch sei eine kontrollierte und bedarfsgerechte Freisetzung vonWirkstoffen garantiert, was die benötigten Einsatzmengen minimiere und in der Folge auch den Eintrag von Dünger und Pflanzenschutzmitteln in die Umwelt reduzieren könne. Aufgrund von niedrigen Produktionskosten, einer hohen Beladung und einer einfachen Handhabung sowie gezielt einstellbarer Adhäsionseigenschaften sehen die Entwickler für das neue Verfahren breite industrielle Einsatzmöglichkeiten. Das Ziel seien selbstregulierende Zufuhrsysteme für eine nachhaltige Landwirtschaft.

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