16.11.2018 13:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Umwelt
Ökosysteme: Viel Kohlenstoff
Zwischen den Lebensräumen wird mehr Kohlenstoff ausgetauscht als angenommen: Dies müsse bei der Forschung berücksichtigt werden - denn durch diese enge Kopplung seien Ökosysteme verletzlich gegenüber Veränderungen in benachbarten Systemen, heisst es in einer Studie.

Wenn Laubstreu in Gewässer gelangt, Seetang ans Ufer geschwemmt wird oder Eintagsfliegen, deren Larven im Wasser heranwachsen, zu Tausenden über Land flügge werden, gelangen grosse Mengen Kohlenstoff von einem Ökosystem ins andere.

Florian Altermatt und sein Team von der Eawag und der Universität Zürich haben in einer aufwändigen Metaanalyse diese Kohlenstoff-Flüsse quantifiziert.

Einige Bewegungen seien grösser als erwartet, wird Postdoktorandin Isabelle Gounand, Erstautorin der Studie, in einer Medienmitteilung zitiert. So seien in gewissen Ökosystemen die Kohlenstoffeingänge aus anderen Lebensräumen gar ähnlich gross wie die Mengen, die im lokalen Kohlenstoffkreislauf vorhanden seien. Dies ist etwa in Seen und Flüssen der Fall.

In terrestrischen Ökosystemen - etwa im Wald oder im Wiesland - machen die Importe wegen der sehr hohen Primärproduktion hingegen einen geringeren Anteil aus.

«Wenn wir die Prozesse in Ökosystemen und deren Funktion untersuchen, müssen wir die Kohlenstoffflüsse zwischen den verschiedenen Lebensräumen stärker berücksichtigen», schliesst Altermatt aus der Studie, die in dieser Woche präsentiert wurde. Werde aus einem Wald etwa Ackerland, sinke auch der Kohlenstoffeintrag in das benachbarte Gewässer - was dort die Nährstoffzusammensetzung verändere. 

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