25.05.2017 10:56
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Klimawandel
Pflanzliche Biomasse allein reicht nicht
Der Anbau von Pflanzen zur Speicherung von CO2 kann kein alleiniges Mittel zur Stabilisierung des Klimas sein. Das ist das Ergebnis einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).

Wie das PIK mitteilte, wurden dazu drei mögliche Szenarien durchgespielt: Zunächst der weiterhin ungebremste Verbrauch fossiler Brennstoffe, dann eine Reduktion der CO2-Emissionen gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen sowie «ehrgeizige» Anstrengungen zur Emissionsreduktion im dritten Modell. Für das erste Szenario stellten die Forscher fest, dass die Plantagen für den Anbau der Biomasse zur Kompensation des CO2-Ausstosses so groß sein müssten, dass ihre Fläche die natürlichen Ökosysteme rund um die Welt fast vollständig vernichten würde.

Alternativ ginge der Anbau zu Lasten der Nahrungsproduktion. Auch beim zweiten Szenario müssten der Studie zufolge die Biomassepflanzungen bis Mitte des Jahrhunderts enorme Flächen einnehmen. Die Wissenschaftler veranschlagen für diesen Fall ein Areal, das dem Drittel aller heute existierenden Wälder entspricht. Als Alternativlösung müsste mehr als ein Viertel der heute landwirtschaftlich genutzten Fläche in Biomasseplantagen umgewandelt werden, was ein «erhebliches» Risiko für die Ernährungssicherheit bedeuten würde. Im Falle der ambitionierten Emissionsreduktionen in Kombination mit zukünftigen Fortschritten in den landwirtschaftlichen Methoden besteht den Forschern zufolge die Möglichkeit, dass «scharfe» Konflikte über die künftige Landnutzung vermieden werden.

Zur Begrenzung der durchschnittlichen Erwärmung auf weniger als 2 °C bedürfe es aber eines starken Einsatzes von Bewässerung und Düngung sowie einer weltweiten «Speicherungsmaschinerie», die mehr als 75 % des fixierten CO2 aufnehmen könne. Dafür seien «deutliche» Verbesserungen bei Anbau, Ernte, Transport und Nutzung der Biomasse notwendig. Die Forscher folgern aus ihrer Studie, dass die Fixierung von CO2 in Biomasse nicht als letzte Notlösung für die Klimakrise genutzt werden kann. Es gebe keine Alternative zur drastischen Verringerung der Treibhausgasemissionen, und nur unter dieser Voraussetzung könne die Methode überhaupt eine Rolle spielen. (www.pik-potsdam.de)

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