19.05.2015 11:40
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Phosphor aus Meeressedimenten gewinnen
Ein innovatives schwedisches Forschungsprojekt zur Rückgewinnung von Nährstoffen aus dem Meer ist einen entscheidenden Schritt vorangekommen.

Wie das Fachmagazin ATL berichtete, soll im Rahmen des von der schwedischen Regierung mitgetragenen Vorhabens „Nutrient Retrieval Of Seabeds“ (NRS) unter anderem Phosphor aus dem Sediment des Meeresbodens gewonnen und für die erneute Versorgung von Feldfrüchten aufbereitet werden. Damit will man die begrenzten natürlichen Ressourcen des Nährstoffs Phosphor schonen, unabhängiger von teuren Importen werden und zugleich der Eutrophierung der Ostsee entgegenwirken.

Laut dem Magazin ist das Projekt mit der Gewinnung der ersten 30 t Meeressediment vor der Küste bei Stockholm in seine praktische Umsetzungsphase eingetreten. Dabei wurden in etwa 100 m Tiefe die obersten 6 bis 10 cm des Meeresbodens abgepumpt. Der nährstoffreiche Schlammsoll nun in einem weiteren Verfahrensschritt in seine Bestandteile aufgespalten werden, wobei vor allem auf die restlose Entfernung von Schwermetallen aus der Phosphorphase Wert gelegt wird.

Sollte sich die Methode als praxisreif erweisen, wird laut ATL mittel- bis langfristig die Eigenversorgung Schwedens mit Phosphordünger angepeilt. Derzeit liegt der Importbedarf des skandinavischen Landes bei rund 10'000 t pro Jahr.

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