Donnerstag, 28. Oktober 2021
02.09.2021 14:58
Forschung

Popcorn  als Alternative zu Styropor

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: BZfE

Popcorn ist nicht nur ein leckerer Snack für den Kinoabend, sondern kann noch viel mehr. Aus aufgepoppten Maiskörnern lassen sich Verpackungsmaterialien herstellen, die eine umweltfreundliche Alternative zu Styropor und Kunststoff sein können. Nun kommen die Popcorn-Verpackungen erstmalig kommerziell zum Einsatz.

Eine Arbeitsgruppe der Universität Göttingen forscht seit vielen Jahren an Herstellungsverfahren für Produkte aus Popcorn.

Maiskörner zu Platten gepresst

Für das federleichte Granulat wird ausschliesslich Mais genutzt, der in Deutschland für die industrielle Verarbeitung angebaut wird. Die geschroteten und aufgepoppten Maiskörner werden mit einem Bindemittel gemischt und zu Platten gepresst, die sich für die Herstellung von Möbeln und als Dämmmaterial eignen.

Ein weiteres Anwendungsfeld ist die Verpackungsindustrie, die mit fast 40 Prozent der wichtigste Abnehmer für die Kunststoffindustrie sind. Im Lebensmittelbereich werden Styroporboxen zum Beispiel für den Transport von Getränkeflaschen, Eis und Torten eingesetzt. Doch es findet ein Umdenken statt, und immer mehr Produzenten und Handelsketten möchten ihre Verpackungen nachhaltiger gestalten.

Vollständig kompostiert

Die Göttinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben ein neuartiges Verfahren entwickelt, mit dem sich dreidimensionale Formkörper aus Popcorngranulat herstellen lassen. «Mit diesem neuen an die Kunststoffindustrie angelehnten Verfahren lassen sich nunmehr die verschiedensten Formteile herstellen», erklärt der Leiter der Forschungsgruppe,  Alireza Kharazipour.

«Besonders für den Bereich Verpackungen lässt sich so gewährleisten, dass Produkte sicher transportiert werden. Und dies mit einem Verpackungsmaterial, das anschliessend sogar biologisch abbaubar ist», fährt er fort. Die Verpackungen aus «Mini-Popcorn» sind leicht und wasserabweisend, lebensmittelecht und frei von toxischen Stoffen. Nach der Verwendung können sie vollständig kompostiert werden.

Reststoff der Cornflakes-Produktion

Über die kommerzielle Nutzung des Verfahrens und der Produkte für den Bereich Verpackungen hat die Universität nun einen Lizenzvertrag mit dem mittelständischen Unternehmen Nordgetreide abgeschlossen.

Dieses möchte für die pflanzenbasierten Verpackungen einen Reststoff der Cornflakes-Produktion nutzen, der nicht für die Lebensmittelherstellung geeignet ist. «Jeden Tag verschmutzen wir unsere Erde mit einer exponentiell zunehmenden Menge an Plastikmüll, der unser Ökosystem auf Jahrtausende belastet. Unsere Popcorn-Verpackungen sind eine hervorragende, nachhaltige Alternative zu erdölbasiertem Styropor und sind nach der Verwendung rückstandslos kompostierbar», hält Nordgetreide-Geschäftsführer Stefan Schult fest.

Mehr zum Thema
Pflanzen

Wald, Buchen, LaubAuf die kommende Holzschlagsaison 2021/22 hin ist eine erhöhte Nachfrage nach Stammholz von Buche, Esche und Eiche zu verzeichnen, teilt Holzindustrie Schweiz mit. holz - Walter Tschannen In…

Pflanzen

Das indische Springkraut ist ein weit verbreiteter Neophyt in den Wäldern. - zvg Pilze als Ursache für das Ulmen- und Eschentriebsterben, indisches Springkraut und persischer Bärenklau, all diese invasiven Arten…

Pflanzen

Absolventen Klasse Deutsch - Bildungszentrum Wald LyssAbsolventen Klasse Französisch - Bildungszentrum Wald Lyss Am Bildungszentrum Wald in Lyss BE wurden am Freitag 39 Förster HF diplomiert. Sie haben den zweijährigen…

Pflanzen

Forderungen zur europäischen Forststrategie 2030 wurden an die EU-Kommission übermittelt. - Marion Wellmann Viele Massnahmen und Prozesse der EU-Waldstrategie 2030 seien kontraproduktiv, erklärt die Forstministerkonferenz in einer Deklaration und fordert…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE