27.03.2019 07:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Regenwald statt Ölpalmplantage
Im Rahmen eines Pilotprojektes auf Borneo wollen Wissenschaftler in Kooperation mit den dortigen Forstbehörden erstmals Ölpalmplantagen wieder in Regenwald umwandeln.

Wie der Forschungsverbund Berlin am vergangenen Donnerstag dazu erklärte, sollen die daraus gewonnenen Erkenntnisse als Blaupause für zukünftige Aufforstungsprojekte dienen. Dafür werde der in Kehl ansässige Rhino and Forest Fund (RFF) in den kommenden Jahren mit Spendengeldern 15,5 ha Ölpalmplantagen kaufen, teilweise roden und mit naturnahem Regenwald wieder aufforsten.

Das betreffende Kaufabkommen sei vergangene Woche auf der Heart-of-Borneo-Konferenz in Kota Kinabalu unterzeichnet worden. Dadurch sei die Grundlage für eine zentrale Landverbindung zwischen den isolierten Wildtierreservaten Tabin und Kulamba im Osten des malaysischen Bundesstaates Sabah geschaffen.

Erhalt von bedrohten Tierarten

Beide Schutzgebiete seien von zentraler Bedeutung für den Erhalt bedrohter Arten wie Haarnasenotter, Borneo-Orang-Utan, Sunda-Nebelparder, Borneo-Elefant und Borneo-Banteng. Das Vorhaben solle zur Umsetzung der Biodiversitätsziele der internationalen Konvention über die biologische Vielefalt (CBD) beitragen und außerdem zur Erfüllung des von den Vereinten Nationen (UN) auf dem Klimagipfel 2014 beschlossenen Ziels, bis 2030 rund 350 Mio ha Wald aufzuforsten und degradiertes Land zu renaturieren.

Bisher mangele es allerdings an evidenzbasierten Erfahrungen; dieseWissenslücke solle das Modellprojekt schließen. Ein Forschungsteam des Leibniz-Instituts für Zoound Wildtierforschung (IZW) und Umweltexperten aus Zürich wollen diesen Prozess begleiten. Dafür fehlen allerdings laut IZW noch staatliche und private Fördermittel. Damit biete sich auch für Wirtschaftsunternehmen eine gute Gelegenheit, einen nachhaltigen Beitrag für die Natur zu leisten und für zukünftige Generationen die Weichen zu stellen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE