Montag, 5. Dezember 2022
06.02.2020 13:52
Forschung

Rotklee: Bestäubung in Stadt besser

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: AgE

Blütenpflanzen werden in Städten besser bestäubt als im Umland. Das haben jetzt Untersuchungen von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), der Universität Halle-Wittenberg und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) gezeigt.

Wie das iDiv in der vergangenen Woche berichtete, verglichen die Forscher anhand von Rotklee-Topfpflanzen die Bestäubung auf blütenreichen Flächen in Innenstadtlage mit solchen im direkten Umland deutscher Grossstädte.

Dazu seien die Artenvielfalt mit Insektenfallen erfasst und die Insektenbesuche an den Rotkleeblüten 20 Mal am Tag aufgezeichnet worden. Ausserdem sei der Bestäubungserfolg anhand der produzierten Samen bewertet worden. Am erfolgreichsten wurden die Pflanzen nach Angaben des iDiv in den Innenstädten bestäubt. Hier seien die Blüten häufiger als auf dem Land besucht worden.

Im ländlichen Raum seien zwar insbesondere bei Fliegen und Schmetterlingen die Artenvielfalt und die Biomasse insgesamt höher als in der Stadt ausgefallen, allerdings trügen diese Gruppen nur wenig zur Bestäubung des Rotklees bei. Diese werde vornehmlich von Bienen geleistet, von denen in den Städten mehr Arten vorhanden seien und die den Blüten auch häufiger einen Besuch abstatteten.

Drei von vier Blütenbesuchern waren dem iDiv zufolge Hummeln. Die Honigbiene sei mit nur 8,7% der Blütenkontakte der zweitwichtigste Bestäuber gewesen. Die grosse Vielfalt an Wildbienen in den Städten erklären die Wissenschaftler mit einer höheren Zahl von geeigneten Lebensräumen. Sie fänden im urbanen Raum gute Nistmöglichkeiten in freiliegenden Böden, Totholz und Mauerhohlräumen sowie ein dauerhaftes Nahrungsangebot durch die grosse Vielfalt an Blütenpflanzen in Parks und Gärten.

Vermutlich kämen die Bienen aber auch mit den gesamten Lebensbedingungen dort besser zurecht als andere Insektengruppen. „Ich war wirklich erschüttert, wie durchgehend schlecht die Bestäubungsleistung im Agrarland war“, erklärte Studienleiter Prof. Robert Paxton. Aus anderen Studien sei bekannt, dass gerade Wildbienen besonders anfällig für Pflanzenschutzmittel seien. Das könnte nach Ansicht des Wissenschaftlers auch erklären, weshalb deren Vielfalt auf dem Land geringer sei als in der Stadt, wo Insektizide kaum eine Rolle spielten.

Mehr zum Thema
Forschung

Simmentalertiere auf der Weide.Robert Alder Zur Sicherung der Artenvielfalt auf gedüngtem Grünland ist eine Beweidung unerlässlich. Das haben Freilandexperimente von Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und des Deutschen Zentrums…

Forschung

Zwei Fussabdrücke vor dem Hintergrund von Versuchsparzellen mit Weizensorten symbolisieren, dass der Züchtungsfortschritt zum Klimaschutz beiträgt, durch Reduktion des CO2-Fussabdrucks.Collage: Zetzsche & Wolck/JKI Die Züchtung neuer Weizen- und Roggensorten in…

Forschung

Pflanzenkohle in Kompost eingearbeitet.Reto Blunier Die Energiecluster-Veranstaltung in der Universität für Bodenkultur Wien (Boku) zeigte auf, dass mit modernen Technologien und Innovationen in der Agrartechnik eine fossil- und emissionsfreie Landwirtschaft…

Forschung

Lichtexperiment in der Global Change Experimental Facility (GCEF) der UFZ-Forschungsstation in Bad Lauchstädt.Anu Eskelinen Pflanzen brauchen Licht, um zu wachsen. Durch überschüssige Nährstoffe und/oder das Fehlen von Pflanzenfressern gelangt jedoch…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE