19.10.2017 11:27
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Salztolerante Pflanzenzüchtungen
Bei der Suche nach salztoleranten Nutzpflanzen haben Würzburger Wissenschaftler neue Wege eingeschlagen und jetzt erste Fortschritte erzielt.

Im Gegensatz zu den bisherigen Ansätzen, Nutzpflanzen auf salzigen Böden zu kultivieren und dabei tolerante Linien zu identifizieren, wandten sich die Forscher solchen Arten zu, die von Natur aus salzverträglich sind.

Dazu gehört auch das aus Südamerika stammende Fuchsschwanzgewächs Quinoa, bei dem nun die entsprechenden Mechanismen erstmals weitergehend untersucht und in einer Veröffentlichung vorgestellt wurden. Die Pflanzen lagern demnach überschüssiges Salz - gemeint ist in diesem Zusammenhang immer Kochsalz oder Natriumchlorid - in spezialisierten Zellen auf der Blattoberfläche ein und schützen so ihre empfindlichen Stoffwechselvorgänge.

Laut Angaben der Wissenschaftler zeigen erste Untersuchungen der Genaktivität, dass in den Speicherzellen Gene arbeiten, die bei anderen Pflanzen nur unter Stress aktiv sind. Dazu gehörten unter anderem solche, die für Proteine kodierten, die den Transport von Natrium- und Chloridionen bewerkstelligten. Den Forschern zufolge hat sich ausserdem herausgestellt, dass für die Speicherung des Salzes Energie aufgewendet werden muss. Die Speicherzellen würden daher von der Pflanze mit Zucker zur Energiegewinnung versorgt.

Mit einem interdisziplinären Ansatz aus Entwicklungsgenetik und funktioneller Analyse der Proteine zum Salztransport wollen die Wissenschaftler im nächsten Schritt die molekularen Mechanismen der Salztoleranz verstehen. Dies könnte am Ende nicht nur der Züchtung salztoleranterer Quinoasorten zugute kommen, sondern auch die Einkreuzung der Eigenschaft in verwandte Kulturpflanzen wie Zuckerrüben oder Spinat ermöglichen.

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