29.06.2016 10:56
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Stationäre Batterien werden profitabel
Fest installierte Batterien spielen für die Energiewende eine wichtige Rolle. Noch sind sie aber nicht wirtschaftlich. Forschende der ETH Zürich zeigen nun aber, dass sie sogar profitabel sein können: Wenn man sie für mehrere Anwendungen parallel einsetzt.

Im Zuge der Energiewende beschäftigen sicher Forscherinnen und Entwickler mit der Frage, wie sich die konstante Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen sicherstellen lässt. Überschüssiger Strom liesse sich beispielsweise in stationären Batterien speichern und später verwenden.

Bisher hohe Technologiekosten

Noch sind allerdings die Technologiekosten hoch und für Investoren daher wenig attraktiv. Dem Aufschwung fest installierter Batterien mit Subventionen unter die Arme zu greifen, ist trotzdem nicht nötig, schreiben Annegret Stephan und Tobias Schmidt am Dienstag im Zukunftsblog der ETH Zürich.

In einer kürzlich im Fachblatt «Nature Energy» erschienen Studie haben sie berechnet, wie Batterien wirtschaftlicher werden können: Das Geheimnis liegt demnach im «Multi-Tasking».

Einzelne Anwendungen für solche stationären Batterien seien nicht profitabel, zum Beispiel wenn ein industrieller Endkunde damit Lastspitzen abfangen wolle. Oder wenn eine Batterie den selbst produzierten Solarstrom eines Haushalts speichere, damit er später gebraucht werden kann.

Kombination senkt Risiko

Anhand eines techno-ökonomischen Modells berechneten die ETH-Forschenden um Stephan und Schmidt, dass aber die Kombination solcher Anwendungen sogar profitabel sein kann. Das liege erstens daran, dass die gesteigerte Nutzung der Batterie zu mehr Ertrag führe. Zweitens unterliegen beide Anwendungen normalerweise unterschiedlichen Risiken.

Das Gesamtrisiko könne sich also durch sogenannte Poolingeffekte verringern. Dieser Effekt werde bisher oft übersehen, so die Forschenden.

Hürden liessen sich ausräumen

Dass es nur wenige solche Geschäftsmodelle gibt, die Batterien für mehrere Anwendungen einsetzen, liege an regulatorischen Hürden. Genehmigungen sind leichter für etablierte, zentrale und grosse Speichertechnologien einzuholen. Ausserdem seien Einsatzmöglichkeiten, Erträge und Kosten von Speichern zu wenig transparent.

Diese Hürden liessen sich aber wohl beseitigen, zu relativ geringen Kosten, schrieben Stephan und Schmidt. Dadurch könnten neue Geschäftsmodelle entstehen und fest installierte Batterien mehr zum Einsatz kommen.

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