23.08.2016 08:45
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Stickstoffverluste im Boden verringern
Dass der Pflanzennährstoff Stickstoff (N) im Ackerbau effektiver genutzt werden kann, wenn die Struktur des Bodens optimal ist, wollen Forscher der Technischen Universität Berlin und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gemeinsam nachweisen.

Wie das Institut für Bodenkunde der Berliner Hochschule am vergangene Woche mitteilte, sollen zu diesem Zweck in den kommenden drei Jahren Feldversuche auf schweren, kalkbedürftigen Flächen durchgeführt werden. An zehn über Deutschland verteilten Standorten würden dazu Parzellen angelegt, denen jeweils verschiedene N-Düngerstufen und Kalkapplikationen verabreicht werden sollen.

Neben bodenphysikalischen Kennwerten wie Wasser- und Luftleitfähigkeit wollen die Forscher die gasförmigen Verluste über Ammoniak und Lachgas, die Auswaschungsverluste über Nitrat sowie die Stickstoff Mengen in der Nutzpflanze untersuchen. Mithilfe der ermittelten Daten lasse sich errechnen, inwieweit die Kalkzufuhr die Bodenstruktur verbessere und sich daraus eine optimierte Nutzungseffizienz von Stickstoff ergebe.

Hohe N-Verlustraten im Ackerbau sind dem Institut zufolge nicht nur ein vermeidbarer Kostenfaktor für den Landwirt, sondern auch eine Belastung für die Umwelt. Aktuell liege die Stickstoffnutzungseffizienz (NUE) teilweise unter 50 % - dies ist der Anteil des in die landwirtschaftliche Fläche eingetragenen Stickstoffs, der tatsächlich in der Nutzpflanze ankommt. In einigen Regionen Deutschlands gälten etwa ein Drittel bis die Hälfte der Acker- und Grünflächen als nicht ausreichend gekalkt.

Insbesondere auf diesen versauerten Flächen könnten durch eine Optimierung der Kalkversorgung die Stickstoffausnutzung verbessert und die Stickstoffverluste reduziert werden. Der Einfluss einer Kalkung auf die organische Substanz im Boden sei allerdings umstritten: Einerseits sei kurzfristig durch die Erhöhung des pH-Wertes eine Mineralisation und damit eine vermehrte Freisetzung an mineralischem N zu erwarten. Langfristig werde aber ein erhöhter Humusgehalt im Boden erwartet.

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