2.07.2016 14:09
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Stromsparen mit App
Haushalte könnten mithilfe einer speziellen App ihren Stromverbrauch senken. Das untersucht ein Projekt, bei dem Winterthurer und Tessiner Haushalte mitgemacht haben.

Je 60 Haushalte in Winterthur und Lugano versuchten während drei Monaten, ihren Stromverbrauch mithilfe einer neu entwickelten App zu senken. Das Experiment ist Teil des Social-Power-Projekts der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI).

Smartmeter sendeten Daten

Smartmeter sendeten dafür Daten über den Energieverbrauch an die App und machten auf Sparmöglichkeiten aufmerksam. Eine Hälfte der Haushalte sollte im Team gemeinsam versuchen, ihren Stromverbrauch um 10 Prozent zu senken. Bei der anderen Hälfte trat jeder Haushalt alleine gegen die anderen im Wettbewerb an, wer am meisten Strom einsparte.

Die Forschenden haben nun erste Resultate vorgelegt, wie die ZHAW am Freitag mitteilte. Demnach haben die Winterthurer Haushalte während des Versuchs von Anfang Februar bis Ende April im Durchschnitt drei Prozent weniger verbraucht, die in Lugano sogar sieben Prozent weniger.

App motiviert zum Stromsparen

Dabei machte es offenbar keinen grossen Unterschied, ob die Haushalte gemeinsam oder im Wettbewerb Strom sparten. Den Wettbewerb gewann schliesslich eine Familie mit mehreren Kindern in einem Mehrfamilienhaus in Winterthur. Diese hatte ihren Verbrauch um 37 Prozent gesenkt.

Vergleichswert war immer der durchschnittliche Verbrauch des jeweiligen Haushalts von Oktober bis Dezember des Vorjahres. Jahreszeitlich bedingte Unterschiede im Stromverbrauch spielten dabei keine grosse Rolle, erklärte Tobias Kuehn vom Social-Power-Team der ZHAW auf Anfrage.

Weitere Analysen geplant

Zudem verglichen die Forscher die teilnehmenden Haushalte mit jeweils 30 weiteren in Winterthur und Lugano, die die App nicht benutzten. Erstaunlicherweise stieg bei dieser Kontrollgruppe der Stromverbrauch um über zehn Prozent, wie die ZHAW schrieb. Wie es dazu kam, soll noch genauer untersucht werden.

Das gemeinsame Projekt der beiden Fachhochschulen mit den Energieversorgern Electric Agency Massagno SA und Stadtwerke Winterthur läuft noch bis Mitte April 2017. Bis dahin wollen die Forschenden analysieren, ob die Haushalte ihren Stromverbrauch dauerhaft gesenkt haben, warum und an welchen Stellen sie Strom gespart haben.

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