Montag, 6. Dezember 2021
23.10.2021 09:33
Wallis

Wallis: Beeren und Strom produzieren

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Von: mgt

In Conthey VS startet die Forschungsanstalt Agroscope ein Agro-Photovoltaik-Pilotprojekt in Erdbeer- und Himbeerkulturen in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Start-up Insolight und Romande Energie.

Ist es möglich, die Bevölkerung und das Stromnetz gleichzeitig zu versorgen? Eine Antwort dazu liefert die innovative Solaranlage Insolagrin Conthey bei Agroscope.

In der vom Bundesamt für Energie (BFE) unterstützten Anlage werden auf einer Fläche von 165 m2 Himbeeren – ab 2022 auch Erdbeeren – in Töpfen und unterdacht angebaut.

Lichtdurchlässige Solarmodule

Diese verfügt über eine neue Technologie, die zum ersten Mal im Rahmen eines gross angelegten Pilotprojekts eingesetzt wird. Ziel des vierjährigen Programms ist es, die landwirtschaftlichen Erträge sowie die Stromproduktion zu analysieren und zu optimieren. Die Ergebnisse könnten Möglichkeiten aufzeigen für die breite Anwendung von Solaranlagen, die keine zusätzlichen Flächen erfordern.

Die vom Schweizer Start-up-Unternehmen Insolight entwickelte Lösung besteht aus lichtdurchlässigen Solarmodulen. Sie basieren auf der optischen Mikro-Tracking-Technologie und bieten einen dynamischen Lichtdurchfluss bei gleichzeitiger Stromproduktion. Es handelt sich nicht nur um eine einfache Photovoltaikanlage, sondern auch um ein Hilfsmittel für Landwirte, mit dem sich die Lichtverhältnisse auf den Feldern regeln lassen. Auf diese Weise kann die Photosynthese der Pflanzen im Laufe der Jahreszeiten optimiert werden, während das überschüssige Licht in Strom umgewandelt wird.

Die lichtdurchlässigen Solarmodule basieren auf einer optischen Mikro-Tracking-Technologie und bieten eine dynamische Lichtdurchlässigkeit bei gleichzeitig energetischer Ausbeute.
Agroscope

Schutz verbessern

Die Pilotanlage wurde entwickelt, um den Schutz der Kulturen in Gewächshäusern, Plastiktunnels oder unter Hagelschutznetzen zu verbessern und gleichzeitig Energie zu produzieren. Damit kann Agroscope die Auswirkungen dynamischer Lichtverhältnisse auf die Pflanzenentwicklung untersuchen.

Die agronomischen Daten werden genutzt, um den Steuerungsalgorithmus für Photovoltaikmodule, Bewässerung und Nährstoffversorgung je nach Pflanzenart, Entwicklungsstadium und Sonneneinstrahlung anzupassen. «Romande Energie» wird die Solarproduktion der Anlage bewerten und verbessern. Ziel dieser Forschung ist es, Solarenergie zu erzeugen und dabei die Menge und Qualität der unter den Solarmodulen geernteten Früchte zu erhalten oder sogar zu steigern.

Grosses Potenzial

Das Potenzial für die Entwicklung von Agrofotovoltaik-Strukturen, die sowohl den Pflanzen als auch der Stromerzeugung zugutekommen, ist beträchtlich. In der Schweiz könnten fast 4’600 Hektaren mit einer Leistung von 5 Gigawattpeak genutzt werden, was dem Verbrauch von 800’000 bis 1’200’000 Haushalten entspricht.

Ziel ist es, eine neue Lösung für den Einsatz von Photovoltaik im grossen Massstab zu entwickeln, die keine zusätzlichen Auswirkungen auf die Landwirtschaftsfläche hat und den CO2-Fussabdruck der Kulturen reduziert. Ein wichtiges Signal ging vom Migros-Genossenschafts-Bund aus, der beschloss, das Projekt zu unterstützen.

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