Dienstag, 28. September 2021
14.09.2021 15:30
Pflanzen

Weltweit werden 20 Nutzpflanzen handbestäubt

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Von: AgE

Eine erste systematische Übersicht über den Einsatz der Handbestäubung bei Nahrungsmittelpflanzen
haben Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Hohenheim vorgelegt. Demnach werden weltweit 20 Nutzpflanzen im kommerziellen Anbau durch den Menschen bestäubt.

Wie die Göttinger Hochschule in der vergangenen Woche berichtete, wird insbesondere bei Passionsfrucht, Kiwi, Vanille und Dattelpalme auf die natürliche Bestäubung verzichtet.

Grundsätzlich hat der Anbau von bestäubungsabhängigen Nutzpflanzen der Universität zufolge in den letzten Jahren weltweit zugenommen. Gleichzeitig komme es zu einem starken und grossflächigen Rückgang von Bestäubern durch Landnutzungsänderungen, insbesondere durch intensivere Landwirtschaft.

Laut den Wissenschaftlern können verschiedene ökologische, klimatische und wirtschaftliche Gründe die Handbestäubung erfordern. Wichtigste Motivation sei das Fehlen von natürlichen Bestäubern. Insbesondere Nutzpflanzen, die nur von einer einzigen, spezialisierten Art bestäubt würden, seien dafür anfällig, beispielsweise die Baumarten Atemoya oder Cherimoya, die ausschliesslich von Glanzkäfern aus der Familie Nitidulidae bestäubt würden.

Viele Pflanzen werden den Wissenschaftlern zufolge ausserdem ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets angebaut, zum Beispiel Vanille in Madagaskar und Ölpalme in Indonesien. Wenn dann die wildlebenden, natürlichen Bestäuber dieser Nutzpflanzen fehlten, werde oft Handbestäubung verwendet. Auch der übermässige Einsatz von Pflanzschutzmitteln und der Verlust des natürlichen Lebensraums für Bestäuber könne die Handbestäubung bedingen.

So litten etwa die Passionsfruchtproduktion in Brasilien und der Atemoya-Anbau in Australien unter der geringen Anzahl von Holzbienen beziehungsweise Glanzkäfern. Priorität sollte laut der Erstautorin der Studie, Annemarie Wurz, allerdings der natürlichen Bestäubung eingeräumt werden. Diese sei die effizienteste, kostengünstigste und biodiversitätsfreundlichste Option.

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