3.04.2015 07:21
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Weinbau
Wie aus Pinot Noir helle Burgunderweine entstanden
Von rot zu rosa zu weiss: Pinot Gris und Pinot Blanc sind durch bestimmte Mutationen im Erbgut von Pinot Noir-Reben entstanden. Diesen Prozess konnten Elsässer Wissenschaftler nun erstmals nachvollziehen. Sie berichten darüber im Fachjournal «PLOS Genetics».

Die Wissenschaftler um Frédérique Pelsy vom Agrarforschungsinstitut INRA in Colmar (F) haben 33 Klone von Pinot Noir, Pinot Gris und Pinot Blanc (Blau-, Grau- und Weissburgunder) untersucht. Sie fanden, dass grosse Erbgutstücke auf bestimmten Genen ausgetauscht oder gelöscht worden sind, wie es in einer Mitteilung zur Studie heisst.

Dies führte dazu, dass die Produktion roter Pflanzenfarbstoffe namens Anthozyaninen abgeschaltet wurde. Die Erbgutveränderungen fanden nicht in der ganzen Pflanze statt, sondern nur in einer dünnen Zellschicht. So entstand aus Pinot Noir der Pinot Gris, der ein gemischtes Erbgut besitzt (Hybrid). Indem die Mutationen sich in der ganzen Pflanze verteilten, entstand aus Pinot Gris wiederum Pinot Blanc.

Pinot ist eine der ältesten Rebvarianten und besteht aus einer grossen Vielfalt von Klonen, wie die Forscher schreiben. Sie alle brächten in Weinbergen in aller Welt sehr unterschiedliche Weine mit spezifischen önologischen Eigenschaften hervor. Grund seien eben solche spontanen Mutationen, was die Sorte zum spannenden Forschungsobjekt mache.

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