30.01.2020 08:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Fütterung
1100 Hektaren Bioheu gesucht
Seit diesem Jahr müssen Knospe-Produzenten ihren Wiederkäuern mindestens 90 Prozent Schweizer Knospe-Futter füttern. Deshalb braucht es mehr Knospe-Raufutter. Bio Suisse glaubt, dass genug vorhanden ist.

Seit diesem Jahr müssen Knospe-Produzenten ihren Wiederkäuern mindestens 90 Prozent Schweizer Knospe-Futter füttern, maximal 10 Prozent  Import sind erlaubt, diese dürfen auch EU-Bio sein. 

Ab 2022 100 Prozent

Ab 2022 muss das gesamte Wiederkäuerfutter aus der Schweiz stammen. Rübenschnitzel dürfen weiterhin eingesetzt werden, ebenso Mühlennebenprodukte. Doch sind ab 2022 noch maximal 5 Prozent Kraftfutter erlaubt. Dies bedingt eine Neuorientierung der Knospe-Wiederkäuerhalter, welche bisher importiertes Bioraufutter zugekauft haben, aber auch eine Neuorientierung der Ackerbaubetriebe und  der Händler. 

2017 wurden 5463 Tonnen Bioraufutter importiert – 72 Prozent Luzerne und 28 Prozent Heu, im trockenen Jahr 2018 waren es 11168 Tonnen – 80 Prozent Luzerne und 20 Prozent Heu. Die 11000 Tonnen im Jahr 2018 bedangen 1100 Hektaren zusätzliche Raufutterfläche. 

Bei Getreideproduzenten

Diese Fläche ist laut Bio Suisse vorwiegend bei viehlosen Biogetreideproduzenten zu finden. Für diese habe der Ackerfutterbau Vorteile, welche kaum bewertet werden könnten: Unkrautunterdrückung, Humusaufbau, Bodenregeneration und Stabilisierung der Bodenstruktur, Auflockerung der Fruchtfolge, N-Fixierung durch Leguminosen sowie Schutz vor Erosion und Verschlämmung.

«In den letzten Jahren haben viele Ackerbaubetriebe mit grossen Flächen umgestellt», betont David Hermann von Bio Suisse. «Sie müssen Kunstwiese in die Fruchtfolge einbauen. 2018 wurden total rund 35000 Hektaren Bioackerfläche bewirtschaftet, davon rund die Hälfte als Kunstwiese. Wir sind deshalb zuversichtlich, dass sich so die benötigten Flächen in der Schweiz kompensieren lassen und die Heuversorgung sichergestellt werden kann.» 

Akteure zusammenbringen

Mit diversen Massnahmen bereite man  die Biobranche auf die Umstellung vor. «Wir sensibilisieren und informieren über das Thema und bringen die Akteure zusammen, um die Umstellung reibungslos zu gestalten.» Dazu nutze man die Biobörse, auf der sich Raufutterproduzenten und -abnehmer fänden und eine Vertragsproduktion vereinbaren könnten. 

Auch beim Stroh wird sich der Handel intensivieren. Denn ab diesem Jahr muss bei Legehennen und Schweinen Biostroh eingesetzt werden. «Ab wann das auch für andere Tiergattungen gelten soll, ist noch offen», sagt Herrmann.

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