Donnerstag, 8. Dezember 2022
05.10.2013 13:38
Mais

Bei der Maisernte ist Geduld angesagt

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Von: Doris Grossenbacher

Nur reifer Mais gibt gute Silage und wenig Verluste. Dies ist insbesondere wichtig, da die Erträge heuer vielerorts tief ausfallen dürften. Vor, während und nach der Ernte gilt es jedoch Wichtiges zu beachten.

Im Vergleich zu den letzten Jahren ist der Mais heuer rund drei Wochen später reif. Es darf also auf keinen Fall nach Kalender siliert werden, sondern nach dem Reifegrad der Pflanzen. Der optimale Trockensubstanz(TS)-Gehalt zum Silieren hat der Mais in der Teigreife mit 30 bis 35% TS. Das Korn ist mit dem Fingernagel noch ritzbar und teigig-mehlig.

Wird zu früh siliert, ist der Kolbenanteil und damit der Energiegehalt gering. Verluste durch Gärsaft treten auf und es kann zu Fehlgärungen kommen. Ist der Mais bei der Ernte jedoch schon zu alt, lässt sich das Futter schlechter verdichten und das Risiko für Nacherwärmungen ist höher. «Erst ganz früh gesäter Mais ist jetzt schon reif zum Silieren», warnt Beat Wyss, Berater bei KWS. «Alle anderen Bestände sind noch zu nass.»

Tiefere Erträge

«Schweizweit werden wohl rund 20% weniger Mais geerntet als in normalen Jahren», weiss der Maisexperte. Gebietsweise seien die Bestände zwar schön, in gewissen Regionen (z.B. Schaffhausen) müsse aber mit bis zu 50% Ertragseinbussen gerechnet werden. Da aus diesem Grund oft Körnermaisbestände siliert würden, gebe es sicher weniger Körnermais als andere Jahre.

Erfreulich sei, dass es sehr wenig Fusarienbefall gebe. Auch Helminthosporum-Blattflecken träten wenig auf. «Wie bereits im Getreide und den Zuckerrüben ist der Befall mit Pilzen und Blattkrankheiten heuer tief», fasst Wyss zusammen.

Maiszünslerdruck sehr hoch

Allerdings sei der Maiszünslerdruck sehr hoch. «Ich habe Bestände gesehen, da waren 80% der Pflanzen vom Zünsler befallen!» Vor der Maisernte sollten die Felder unbedingt kontrolliert werden. Sind 10% oder mehr der Pflanzen aufgrund des Zünslers abgeknickt, sollten im nächsten Jahr auf den Nachbarparzellen mit Körnermais Trichogramma ausgebracht werden.

Für Silomais ist ein Zünslerbefall bis 20% der Pflanzen tolerierbar. Eine gute Zerkleinerung und Einarbeitung der Ernterückstände ist unerlässlich, wenn Maiszünsler vorhanden sind. «Maiszünslerschäden verletzen die Pflanzen, und Verletzungen fördern immer auch Fusarien», betont Wyss.

Die richtige Länge

Wenn heuer schon weniger Mais geernet wird, so ist es umso wichtiger, beim Silieren alles richtig zu machen um Verluste zu minimieren. Dies beginnt bei der Ernte auf dem Feld. Die Stärke liegt im Kolben. Insbesondere der unterste Teil des Maisstängels ist wasser- und rohfaserreich. Durch eine Schnitthöhe von 20cm kann der Energiegehalt der Silage erhöht und der Rohfasergehalt vermindert werden. Dadurch nimmt jedoch auch die Strukturwirkung des Futters ab.

Auf die Strukturwirkung hat auch die Grösse des Häckselgutes einen Einfluss. Die optimale Häcksellänge beträgt 5 bis 8 mm. Längere Stückchen können weniger gut verdichtet werden, wodurch der Gärprozess schlechter abläuft. Je trockener der Mais ist, desto kürzer muss er gehäckselt werden.

Einsatz von Siliermitteln umstritten

Der Einsatz von Siliermitteln beim Silomais ist umstritten. Wenn Siliermittel eingesetzt werden, dann «braucht es in erster Linie Mittel, die einer Nacherwärmung vorbeugen», empfiehlt Ueli Wyss, Berater für Futterkonservierung bei Agroscope. Dies seien chemische Zusätze auf der Basis von Propionsäure oder heterofermentativen Milchsäurebakterien.

Jürg Jost von der KWS meint dazu:«Heuer tritt viel Beulenbrand auf. Ist dies der Fall, so ist der Einsatz eines Siliermittels zu empfehlen.» Auch hier seien vorgängige Kontrollen wichtig.

Erwärmung vorbeugen

Wer regelmässig mit Nacherwärmungen zu kämpfen hat, sollte sein Silomanagement überdenken und optimieren. Nebst dem richtigen Erntezeitpunkt ist auch eine gute Verdichtung und der rasche und vollständige Luftabschluss im Silo entscheidend. Zudem sollten Silos erst vier bis sechs Wochen nach dem Einsilieren geöffnet werden.

Ein ausreichender Vorschub bei der Entnahme ist wichtig, um Nacherwärmung zu vermeiden. Agroscope empfiehlt im Hochsilo eine Entnahme von 10 cm pro Tag im Winter und 15cm pro Tag im Sommer. Im Fahrsilo sollte im Winter pro Woche 1 m und im Sommer 1,5m entnommen werden. Dabei ist wichtig, dass die verbleibende Futterschicht nicht aufgelockert wird. Bei der Nacherwärmung gehen Nährstoffe verloren, und es bildet sich Schimmel, was sich negativ auf die Futteraufnahme und die Leistungen der Tiere auswirkt.

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