14.08.2019 09:22
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Unkraut
Berufkraut mit Wurzeln ausreissen
Das Einjährige Berufkraut ist ein äusserst erfolgreicher invasiver Neophyt. Es gewinnt in Ökowiesen und Weiden an Bedeutung. Wer deren Vielfalt erhalten will, muss es von Anfang an konsequent bekämpfen.

Das Einjährige Berufkraut wurde im 17. Jahrhundert als Zierpflanze aus Nordamerika nach Europa gebracht. Die hauptsächlich auf lückigen Flächen an Strassenrändern, Bahngeleisen oder Fliessgewässern vorkommende Pionierpflanze breitet sich in der gesamten Schweiz rasch aus und dringt zunehmend in extensiv genutzte Wiesen und Weiden, Rebberge und landwirtschaftliche Kulturen vor. In wertvollen Lebensräumen wie Magerwiesen verdrängt sie seltene einheimische Pflanzenarten  und vermindert die Futterqualität.

Bis 140cm hohe Triebe

Die ein- oder zweijährige Pflanze überwintert als Blattrosette. Die 30 bis 140cm hohen Triebe bilden viele Samen, die mit dem Wind verfrachtet oder mit Maschinen verschleppt werden. Von Juni bis Oktober werden immer wieder neue Blüten gebildet. Das Einjährige Berufkraut wird mehrjährig, wenn es durch Schnitt am Blühen gehindert wird.

Seine leuchtend hellgrünen Blätter sind ungeteilt, am Rand grob gezähnt und beidseits flaumig behaart. Der ebenfalls behaarte Stängel ist im oberen Teil meist verzweigt mit zahlreichen Blüten. Die 1 bis 2cm grossen Körbchenblüten bestehen aussen aus sehr schmalen weissen bis lila Zungenblüten und innen aus gelben Röhrenblüten. 

Nicht nur einmal mähen

Laut Direktzahlungsverordnung müssen invasive Neophyten wie das Einjährige Berufkraut auf Biodiversitätsförderflächen bekämpft werden. Insbesondere ist die weitere Ausbreitung zu verhindern. Ein übermässiger Besatz an Problempflanzen kann zum Ausschluss aus der landwirtschaftlichen Nutzfläche und damit von der Beitragsberechtigung führen. In Biodiversitätsförderflächen der Qualitätsstufe II ist es zudem im Interesse des Bewirtschafters, die Pflanzenvielfalt nicht zu verlieren.

Kleine Bestände in Ökowiesen sollten sofort bekämpft werden, um die Vermehrung durch Samen zu verhindern. Dazu sind die Pflanzen vor der Samenbildung regelmässig rund alle vier Wochen mit den Wurzeln auszureissen. Am besten gelingt dies bei feuchtem Boden und mit einem schmalen Stechwerkzeug. Blühende Pflanzen und solche mit Samenständen müssen im Kehricht entsorgt werden. Grosse Bestände ausserhalb von Ökoflächen können durch mehrmaliges, tiefes Mähen vor der Samenreife – wiederholt über mehrere Jahre – in Schach gehalten werden. Achtung: Einmaliges Mähen verschlimmert die Situation.

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