Mittwoch, 7. Dezember 2022
02.06.2022 10:57
Unkraut

Berufkraut noch vor Blüte ausreissen

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Von: sum

Das Einjährige Berufkraut muss unbedingt am Versamen gehindert werden. In frühen Lagen muss man jetzt handeln

Das Berufkraut ist an den frühen Standorten bereits am Blühen. Dies ist der letzte Zeitpunkt, zu dem noch eine Bekämpfung durchgeführt werden kann.

Nicht abschneiden

Das Unkraut ist unerwünscht. Es ist für das Vieh, mit Ausnahme von Schafen, nicht schmackhaft und wird dadurch stehen gelassen. So vermehrt es sich auf Weiden massiv und setzt den Futterwert herab. Bei dichten Beständen hat kaum eine Pflanze auf einer extensiven Wiese eine Chance gegen das Berufkraut, da die einheimischen Pflanzen im Vergleich zum Berufkraut nicht genug konkurrenzstark sind.

Es findet eine Verarmung der Artenvielfalt statt, und das Berufkraut übernimmt den Grossteil des Bestandes. Es bevorzugt lückige, magere Standorte und besiedelt auch Böschungen oder Kiesgruben. Zur Bekämpfung müssen die Pflanzen ausgerissen werden. Herbizide gibt es nicht. Durch ein einmaliges Schneiden wird das Berufkraut nicht zurückgedrängt, sondern die Pflanzen kommen schneller zur Blüte und bilden neue Triebe.

wischen Mai und Oktober sollte das Berufkraut deshalb alle drei bis vier Wochen ausgerissen werden.
Christian Stutz

Jäten oder Umbruch

Zwischen Mai und Oktober sollte das Berufkraut deshalb alle drei bis vier Wochen ausgerissen werden. Das Ausreissen geschieht vor der Blüte, damit die Pflanze nicht versamt. Auf trockenem Boden kann das mühsam sein, dennoch muss darauf geachtet werden, die gesamte Wurzel herauszuziehen. Als Hilfe kann ein Blackeneisen oder Schraubenzieher verwendet werden.

Falls das Berufkraut auf grossen Flächen überhandnimmt und man mit dem Jäten nicht mehr nachkommt, kann mit einem Schnitt kurz vor der Blüte das erneute Versamen verhindert werden. Um das Berufkraut zu reduzieren, muss man die verseuchte Stelle später trotzdem gründlich jäten. Kommt man mit dem Jäten doch nicht mehr nach und ist der verseuchte Teil zu gross, hilft in gewissen Fällen nur noch ein Umbruch und eine Neuansaat.

Schafe können helfen 

Wenn die Pflanzen noch klein sind, kann die Fläche mit Schafen beweidet werden. Dazu teilt man die Weide in Koppeln auf, damit der Weidedruck grösser wird. Die Schafe fressen dann die Pflanzen bis tief unten ab. Erfolge zeigte ebenfalls eine Kombination von Schafweide und Ausreissen. Das entfernte Pflanzgut entsorgt man mit dem Kehricht oder bei einer professionell geführten Kompostier- oder Vergärungsanlage.

Beschreibung:
Das Einjährige Berufkraut ist in Nord-Amerika beheimatet und wurde bei uns als Gartenpflanze eingeführt. Es ist eine bis 1 m hohe Krautpflanze. Die ganze Pflanze ist behaart. Der aufrechte, abstehend behaarte Stängel ist oben verzweigt und die Blätter sind wechselständig angeordnet. Im Gegensatz zur Kamille, die dem Berufkraut sehr ähnlich ist, hat das Berufkraut ungeteilte grob gezähnte Blätter. Die ungeteilten Blätter sind beidseits hellgrün und beidseits flaumig behaart. Die Blattform ist lanzettlich bis eiförmig.

Ab Juli entstehen bereits reife Samen, die meist schon im Herbst keimen. Ein Berufkraut bildet bis zu 50’000 Samen. Die Überwinterung findet dann als Rosette statt. Die Früchtchen sind mit einem Schirmchen versehen, wodurch sie mit dem Wind kilometerweit fortgetragen werden können. Keimfähige Samen bilden sich auch ohne Befruchtung. Daher kann sich aus einer einzigen Pflanze ein ganzer Bestand bilden.

Abgeschnittene Blüten machen eine «Notreifung» und bilden auch nach dem Aushacken noch keimfähige Samen. Deshalb blühende Pflanzen nach dem Jäten immer sofort in einen Plastiksack packen und diesen verschlossen lagern

Das Einjährige Berufkraut ist bei uns eine typische Ruderalpflanze, man trifft sie meist auf Flächen mit lückiger Vegetation, entlang von Strassen, Bahngeleisen und Fliessgewässern, aber auch in Wiesen und Weiden, in landwirtschaftlichen Kulturen, entlang von Waldwegen, im Garten, auf Grünflächen und Flachdächern.

Obwohl das Berufkraut nicht giftig ist, wird es vom Vieh gemieden. Daher kann es sich auf Weiden massiv vermehren und diese stark verunkrauten. -> www.neophyt.ch und www.berufkraut.ch

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2 Responses

  1. Nur so als Tipp: Ich möchte mal den Autor dieses Textes sehen wie er mit Schraubenzieher oder Blackeneisen stundenlang Berufskraut ausreisst…. Besser gehts mit Aushacken mithilfe einer Garten-Handhacke, ca. 25cm lang, vorne Spitzig… Schon ca. 50h so gejätet…

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