7.12.2013 12:19
Quelle: schweizerbauer.ch - Martin Brunner
Biolandbau
Biofutter aus der Schweiz fördern
Die Abhängigkeit von Biofutter aus dem Ausland soll schnellstmöglich verringert werden. Mischkulturen von Leguminosen und Getreide, aber auch der Anbau von Soja sollen helfen, die Inlandproduktion zu steigern.

Mit der Eigenversorgung mit Biofuttermitteln steht es in der Schweiz nicht zum besten. Gerade mal 13,4 Prozent werden hierzulande produziert. Dabei waren die Anteile von Triticale, Hafer und Gerste mit 90, 67 und 50 Prozent im Jahr 2010 am höchsten. Das bedeutet, dass hochwertige Proteinträger in grossen Mengen importiert werden müssen, mit über 70 Prozent der grösste Teil aus China.

Wintersaat mit Vorteilen

Hansueli Dierauer vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) bezeichnete diese Situation an der Bio-Forschungs-Infotagung Ackerbau 2013  im BBZ Arenenberg als «Klumpenrisiko». Für ihn lag auch auf der Hand, dass dringender Nachholbedarf besteht. Er nannte als Ziel, die Soja-Importe aus China unter 50 Prozent zu drücken und dafür jene aus der Donauregion und der Ukraine zu fördern.

Ein Ansatzpunkt sind für Dierauer die Mischkulturen. Diese habe es zwar schon früher gegeben, aber nur für Silagen, erklärte er. Die Versuche ab 2009 hätten gezeigt, dass die Kombinationen Eiweisserbse/Gerste und Eiweisserbse/Triticale günstig seien. Alle Versuche seien mit Wintersorten durchgeführt worden, da diese viele Vorteile hätten. Bodenbedeckung über den Winter, Nutzung der Winterfeuchte für schnelles Wachstum, weniger Anfälligkeit auf Schädlinge und nicht zuletzt stabile Erträge seien nur einige davon. Noch in den Griff bekommen möchte das FiBL das Problem mit der Anfälligkeit solcher Kulturen auf Fröste.

Weitere Stossrichtungen

Heute werden auf 400ha Mischkulturen angebaut, Tendenz zunehmend. Für Dierauer ist aber klar, dass weiter geforscht werden muss. Helfen bei der Steigerung des Inlandanteils könnte die Beschränkung des Kraftfutteranteils für Wiederkäuer auf fünf Prozent. Hinzu komme die Diskussion von Alternativen, zum Beispiel die Zulassung von Proteinen aus Maden.

Hilfreich für Mischkulturen ist laut Dierauer aber auch, dass die Mühlen heute bereit sind, die Ernte abzunehmen. Positiv beurteilte er zudem, dass ab dem 1. Januar 2014 der Anteil an Eiweisserbsen im Erntegemenge  für die Berechnung der Anbauprämie nur noch 30 Prozent betragen muss, und  dass diese Körnerleguminosen von Bio Suisse zusätzlich mit Fr. 15.–/dt gefördert werden.

Damit die Schweiz der steigenden Nachfrage nach Protein gerecht werden kann, befasste sich eine Gruppe der Forschungsanstalt Agroscope mit der mechanischen Unkrautregulierung in Sojakulturen. Sie fand heraus, dass bei Soja in der Unkrautbekämpfung eine Kombination aus Fingerhacke und Striegel am wirksamsten war gegen Begleitarten und zum höchsten Kornertrag führte.

Unkrautbesatz stabil 

Zweimaliges Hacken reduziere den Unkrautdruck und erhöhe den Ertrag, erklärte Jürg Hiltbrunner. Zwei Teilnehmer berichteten nur von positiven Erfahrungen mit Soja und ermunterten ihre Kollegen, in diesen Bereich einzusteigen. Die Frucht sei wirtschaftlich, brauche aber Geduld.

Einem ganz anderen Thema widmete sich eine weitere Agroscope-Gruppe. Sie erforschte mit einem Biobetriebsnetz die Unkrautsituation in der biologischen Bewirtschaftung. Betriebe aus unterschiedlichen Regionen der Schweiz und mit vollkommen verschiedenen Voraussetzungen wurden deshalb untersucht. Es zeigte sich klar, dass grosse Unterschiede auftraten. Logisch sei auch, dass mit Bio mehr Unkraut vorhanden sei, erklärte Marcel van der Heijden. Positiv beurteilte er aber, dass mit der Dauer der Biobewirtschaftung keine Zunahme erfolge. Auch die Erträge und die Bodenfruchtbarkeit seien langfristig stabil.

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