2.01.2019 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Pflanzenbau
Bis 30 Prozent des Dürrfutters fehlen
Zuerst Sturm Burglind, dann die ausgeprägte Trockenheit und Hitze im Sommer und Herbst. Das Jahr 2018 machte es den Pflanzenbauern, den Tierhaltern und Älplern nicht einfach. Immerhin konnten sie auf Hilfe zählen.

Das Pflanzenbaujahr – oder besser gesagt das Waldjahr – begann mit einem Paukenschlag. Am 3. Januar fegte Sturm Burglind durch die Wälder. Am schlimmsten traf es die Kantone Bern und Aargau. Hier melden manche Gemeinden Schadensmengen, die einer zweieinhalbfachen Jahresnutzung von Holz entsprechen. Im Gegensatz dazu traten im Kanton Thurgau nur Streuschäden auf.  

Früher Vegetationsstart

Ansonsten begann das Pflanzenbaujahr 2018 eigentlich ganz gut. Schon in den letzten Februartagen hat die Vegetation in den frühen Lagen mit dem Wachstum eingesetzt – leicht früher als in anderen Jahren. Dann allerdings kamen kurzfristig Kälte und Regen zurück, sodass die Rübenproduzenten mit der Saat Geduld haben mussten. Geduld, die sich lohnte, schliesslich wurden die meisten Rüben bis Mitte April bei besten Bedingungen gesät.

Schon Mitte Mai wurde im «Schweizer Bauer» erstmals über das Thema berichtet, das dann den ganzen Sommer über dominant bleiben sollte: die Trockenheit. Sie führte dazu, dass die Bodenherbizide in Soja und Eiweisserbsen mehrheitlich nur ungenügend wirkten. Doch gab es in den Frühlingsmonaten immer auch Regen. Glück hatte deshalb, wer heuer früh mähen und den ersten Schnitt jung einbringen konnte. Danach gab es kein richtiges Heuwetter mehr, und vor allem in leicht erhöhten Lagen stand Mitte Juni noch viel erntereifes Gras. Und die dann folgende Trockenheit führte dazu, dass je nach Region 20 bis 30 Prozent der normalen Dürrfuttermenge auf dem Heustock fehlen.

Mais ohne Kolben

Besonders unter der Trockenheit in der zweiten Hälfte des Sommers litten neben dem Futterbau Mais und Rüben. Der Mais hat heuer verbreitet nicht einmal Kolben ausgebildet, und die Rüben waren deutlich kleiner als in normalen Jahren. 

Die Trockenheit brachte auch die Alpwirtschaft in grosse Bedrängnis. Auf vielen Alpen konnte das Vieh nur dank der Armee durchgehend gesömmert werden. Allein im August hat sie Alpwirtschaften mit Helikoptern mit 1343,6 Tonnen Wasser und Material zum Tränken der Tiere versorgt. Die Schweizer Berghilfe hat im September ebenfalls auf den Notstand reagiert und einen ausserordentlichen Unterstützungsbetrag von 500'000 Franken für Wassertransporte gesprochen. 

Rekord seit Messbeginn

Im Dezember untermauerte auch noch Meteo Schweiz diesen aussergewöhnlich warmen, trockenen Sommer und Herbst mit Zahlen: Mit einem Durchschnitt von 12,8°C wurde das wärmste Sommerhalbjahr seit Messbeginn 1864 registriert. Sogar im Hitzesommer 2003 lag der Schnitt um einige Zehntelgrad tiefer. Auch die Trockenheit war markant. 

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