31.07.2018 13:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Futterbau
Diese Gräser ertragen Trockenheit
Die Sommertrockenheit ist dieses Jahr extrem. Doch Extremjahre werden sich häufen. Das bedingt Anpassungen im Futterbau – bei der Ansaat von Kunstwiesen und bei der Wahl der Gräser. Einige ertragen die Trockenheit.

Mit dem August kommt das «Äugsteln», die Ansaat einer Kunstwiese. Doch macht es bei der aktuellen Trockenheit  keinen Sinn, die Sämaschine anzukuppeln. Im Gegenteil. Bei der Anlage einer länger dauernden Kunstwiese lohnt es sich, vor der Saat den Regen abzuwarten. Oft ist die zweite Hälfte August, wenn die Sommerhitze vorüber ist, der sicherste Saattermin.

Im Gegensatz zu Frühlingssaaten wird beim Äugstlen besser auf eine Deckfrucht verzichtet, obwohl Alexandrinerklee oder Hafer im Herbst sicherlich zu einem Mehrertrag führen würden. Im Sommer kann jedoch eine Deckfrucht die Ansaat bei Wassermangel stark konkurrenzieren. Neuansaaten mit Deckfrucht gehen zudem schwächer entwickelt und weniger robust in den Winter. Der erste Schnitt im nächsten Frühling ist deshalb oft weniger ertragreich.

Trockenheitstolerantes Heugras

Eines der typischen Heugräser, das die Trockenheit gut erträgt, ist das Knaulgras. Horstgräser wie das Knaulgras sind auf eine regelmässige Versamung angewiesen, sonst verschwinden sie aus dem Bestand, denn der Horst lebt nur zwei bis vier Jahre. Gerade wegen der Horste ist das Knaulgras in reinen Weiden nicht gerne gesehen und kann durch tiefes Schneiden zurückgedrängt werden. Wiesenbestände mit viel Knaulgras sind teilweise locker und daher etwas weniger dicht. Die Gülleverträglichkeit ist gut. Das Knaulgras hat ein hohes Ertragspotenzial mit gleichmässiger Verteilung auf die einzelnen Schnitte. Während des ersten Aufwuchses bildet es kräftige raue Halme mit Rispen und müsste früh geschnitten werden. Das Futter hat einen wesentlich tieferen Nettoenergiegehalt als dasjenige der Raygräser, obschon das Knaulgras züchterisch enorme Fortschritte gemacht hat und man heute mit ihm gutes Grundfutter produzieren kann. An trockenen Lagen kann das massenwüchsige Knaulgras die Ertragssicherheit zudem deutlich verbessern. 

Ertrag bei Dürre

Der Rohrschwingel gehört ebenfalls zu den Horstgräsern. Das Ertragspotenzial ist auch unter trockenen Verhältnissen erstaunlich gut. Die ursprüngliche Form des Rohrschwingels wurde wegen der groben Blätter und des drahtigen Stängels nur schlecht gefressen. Neu gezüchtete Sorten haben feine Blätter und werden gerne gefressen. Qualitativ kommen sie nahe an die Raygräser. Nach der Saat entwickelt sich der Rohrschwingel eher langsam, bis er sich etabliert hat. Danach erträgt er auch eine intensive Nutzung. 

Bei Wassermangel

Der Rotschwingel ist eine stressresistente Pflanze für die Weide, die an trockenen Lagen für stabile Erträge sorgt. Gegenüber anderen Pflanzen ist er   konkurrenzschwach, kann sich aber bei gewissen Bedingungen wie Wasserknappheit dennoch stark entwickeln. Dabei bildet er einen recht starken Filz. Obwohl sein Futterwert tief ist, wird er von den Rindern gerne verzehrt. Beobachtungen auf Parzellen, die auf 1200m über Meer angesät wurden, zeigen, dass der Rotschwingel von Feldmäusen gemieden wird.

 

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