20.08.2020 08:43
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Dürre: Futternutzung von Brachen
In Frankreich hat das Landwirtschaftsministerium angesichts der anhaltenden Dürre in weiteren Départements die Nutzung von stillgelegten Flächen zur Gewinnung von Futter erlaubt. Die Bauernverbände fordern weitere Unterstützung für die Landwirte.

Wie das Ministerium in der vergangenen Woche mitteilte, werden zudem Vorgaben für den Anbau von Zwischenfrüchten gelockert.

Ressortchef Julien Denormandie erklärte, er verfolge die Situation aufmerksam, um die bestmöglichsten Unterstützungsmassnahmen zu gewährleisten. Dem Ministerium zufolge können nun in 62 Départements Brachflächen zur Futtergewinnung genutzt werden. Die Lockerung hinsichtlich der Zwischenfrüchte gelten in 54 Gebietskörperschaften.

Die Präsidentin des französischen Bauernverbandes (FNSEA), Christiane Lambert, forderte angesichts der aussergewöhnlichen Dürre weitergehende Unterstützung für die Landwirtschaft. Sie nannte in diesem Zusammenhang Erleichterungen bei Steuern und Sozialabgaben sowie die Aussetzung von Ratenzahlungen. Nach Angaben der FNSEA-Präsidentin haben drei Viertel aller französischen Landwirte aufgrund der Dürre mit Problemen zu kämpfen. Betroffen seien alle Ackerbauern und alle Weidetierhalter.

Der Verband der Milcherzeuger (FNPL) forderte die Europäische Kommission auf, die Nutzung von Brachen zu Futterzwecken pauschal zu gestatten, sofern die eigenen Tiere davon profitierten. An Denormandie richtete der Verband die Forderung, eine entsprechende Nutzung sofort im ganzen Land und für alle Landwirte zu ermöglichen. Die Versorgung der Herden müsse auch durch lokale Kooperationen zwischen Viehhaltern und Ackerbauern sichergestellt werden können.

Nach dem Willen des FNPL sollte die diesjährige Dürre zudem als Katastrophenereignis anerkannt werden. Diese Forderung erhob auch der Verband der Familienunternehmen (MODEF), der zudem darauf drängte, die Dürreschäden aus der Krisenreserve der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu kompensieren. Aufgrund der Dürre und der gesunkenen Fleischpreise sei 2020 zum fünften Mal in Folge ein sehr schwieriges Jahr für die Tierhalter. Die Preise für Stroh und Heu hätten Rekordmarken erreicht. Nach Angaben des Umweltministeriums hatten zu Beginn vergangener Woche 76 der insgesamt 96 Départements des französischen Festlands eine Dürrewarnung ausgegeben.

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