15.08.2015 06:11
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Trockenheit
Dürre stoppte Gras und Mais
Die Wiesen sind in den letzten Wochen kaum gewachsen, und auch der Mais steht vielerorts schlecht. Doch die Qualität des Dürrfutters und der Grassilagen, die bis Anfang August eingebracht wurden, stimmt.

Hitze und Dürre haben die Wiesen im Wachstum gebremst oder sogar absterben lassen. «Wo Bewässerung nicht möglich war, sind Ertragsverluste und Futtermangel nicht mehr zu verhindern», befürchtet Jürg Fuhrer von Agroscope. «Auch ein Abflauen der Hitzewelle wird die Schäden nicht mehr kompensieren.» Umso wichtiger ist, dass für die Winterfütterung gutes Dürrfutter und gute Silagen zur Verfügung stehen.

Energiewert und Rohproteingehalt besser

Eine Hoffnung, die sich wohl erfüllen wird. «Der erste Schnitt konnte bei guten Bedingungen eingebracht werden», bilanziert Hansueli Rüegsegger von der UFA. Die Firma hat Dürrfutter- und Grassilagen, die vom 1. Mai bis Anfang August gemacht wurden, analysieren lassen. «Bei den Silagen des 1. Schnittes liegt der Trockensubstanzgehalt leicht höher als in den letzten Jahren, wobei regionale Unterschiede bestehen. Der Zuckergehalt ist zwar etwas tiefer als 2014, aber deutlich höher als 2013 und auch leicht über dem langjährigen Schnitt», weiss er. «Auch der Energiewert und der Rohproteingehalt sind besser als in den Vorjahren.» 

Beim Dürrfutter zeigen die Analysen laut Rüegsegger bei Rohprotein- und Energiegehalt überdurchschnittliche Werte. Die Verdaulichkeit sei höher als in den Vorjahren: «Das bedeutet, dass der Kuh mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen.»

Wassermangel wirkt sich auf Ertrag aus

Gutes Grundfutter ist dieses Jahr umso wichtiger, weil beim Silomais bei Menge und Qualität regional mit grossen Einbussen zu rechnen ist. «Auf leichten Böden wächst der Mais kaum noch», bestätigt Tobias Beeler vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg in Gränichen AG. «Der Wassermangel wird sich negativ auf den Ertrag auswirken.» Für den Futterbau habe die Trockenheit im Aargau ebenfalls zunehmend Folgen: «Die Bauern haben die Erlaubnis erhalten, Biodiversitätsförderflächen zu beweiden, damit die Tiere zu fressen haben.»

Barbara Mosimann vom Inforama in Zollikofen BE bestätigt die Einschätzungen von Tobias Beeler: «Der erste und der zweite Grasschnitt waren gut. Beim dritten gab es je nach Standort aber bis zu zwei Drittel weniger Ertrag, und auch der Mais wird die Silos nicht überall füllen.»

Weniger von der Dürre betroffen wurde das Bündnerland. Reto Elmer vom Plantahof weiss von Bauern, die noch nie so viel und so gutes Futter ernten konnten wie in der ersten Jahreshälfte 2015. «Nun zeigt der Wassermangel aber auch bei uns zunehmend Folgen im Futterbau», bedauert er, «der Mais braucht ebenfalls bald Wasser, sonst drohen Ernteausfälle.»

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