15.04.2018 07:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Futterbau
Endlich kann man weiden
Die Kühe sind draussen, viele Betriebe setzen schon voll auf Weidegras. Vielerorts sind aber Mäuseschäden sichtbar. Die Viehhalter brauchten Geduld in diesem Jahr. Lange wuchs kein Gras, an den Weideaustrieb war nicht zu denken.

«Auch Vollweidebetriebe, die sonst Anfang März die Kühe auslassen, haben heuer erst Anfang April mit Weiden begonnen», weiss Daniel Nyfeler, Futterbauberater am BBZ Arenenberg TG. «Die Kühe des BBZ-Gutsbetriebs waren am 1. April zum ersten Mal auf der Weide   – dies in einer frühen Lage, die vom Bodenseeklima profitiert.» 

Nyfeler schätzt, dass im Talgebiet  mittlerweile die Hälfte der Bauern, die mit ihren Kühen am Raus-Programm teilnehmen, mit Weiden begonnen hat. Viele Landwirte haben die wüchsigen Tage  zur Wiesenpflege genutzt. «Oft  war es dringend nötig, die Wiesen und Weiden zu striegeln oder zu eggen», betont Nyfeler, «verbreitet gibt es starke Mäuseschäden.» 

Vegetation drei Wochen verspätet

Dies bestätigt Herbert Schmid vom BBZN Hohenrain LU: «Vor allem in Mähwiesen haben die Mäuse gewütet. Weiden sind weniger betroffen.» Die Vegetation sei dieses Jahr rund drei Wochen später dran als in anderen Jahren, schätzt er.

Doch in den letzten Tagen sei das Graswachstum in den tieferen Lagen so richtig  in Schwung gekommen: «Wer bei der Fütterung auf  Weidegras setzt, hat die Kühe jetzt draussen.»

Gutes Gras dank viel Sonne

Simon Tschannen vom Inforama Rütti BE spricht ebenfalls von einem späten Weideaustrieb: «Die Vorweide im März in tieferen Lagen zur Bestandeslenkung sowie der eigentliche Weideaustrieb fanden später statt.»

In futterwüchsigen Lagen seien  die Kühe nun aber draussen. «Ich weiss von Bauern, die schon ausschliesslich  Weidegras füttern oder die dies in den nächsten Tagen vorsehen. Das Futter ist qualitativ  gut dank der warmen Witterung mit intensiver Sonneneinstrahlung.» 

Mäuseplage nicht überall gleich schlimm

Auch im Kanton Bern sind laut Tschannen Mäuseschäden sichtbar: «Die grosse Mäusepopulation im Herbst hat jedoch durch die nasse Winterwitterung und durch den Kälteeinbruch im März gelitten.»

Im Kanton Graubünden liegt laut Gian Andrea Hartmann vom Plantahof ab rund 1400 Metern noch Schnee. «Von Fläsch bis Thusis haben die Landwirte mit Weiden begonnen. Mit den Föhntagen hat nun ein starkes Futterwachstum eingesetzt.» Vereinzelt seien Mäusehaufen zu sehen. «Dies aber nur im üblichen Rahmen.»

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