6.02.2018 13:50
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Milchproduktion
«Grundfutter-Milch» lohnt sich
Hohe Grundfutterleistungen führen zu einem besseren Betriebsergebnis in der Milchproduktion. Was eine deutsche Studie zeigt, gilt auch in der Schweiz. Hierzulande ist das Grundfutter top – und die Raufuttermilch Trumpf.

Es lohnt sich, viel Milch aus dem Grundfutter zu melken. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (D) hat die Daten von 749 Milchviehbetrieben ausgewertet und errechnet, dass hohe Grundfutterleistungen zu einem besseren Betriebsergebnis führen.

Grosse Unterschiede

Für den deutschen Durchschnittsbetrieb macht das 85'000 Euro (99'000 Franken) aus. Milchproduzenten mit einer Grundfutterleistung über 5'000kg Milch erzielen demnach einen um 7 Cent (8.2 Rp.) je Kilo Milch höheren Betriebsgewinn als Produzenten mit einer niedrigen Grundfutterleistung unter 2'000kg. Markus Höltschi, Beratungsleiter am BBZN Hohenrain LU, verweist auf die riesigen Unterschiede zwischen der Schweiz und Deutschland: «In der EU gelten Grundfutterleistungen über 5000kg Milch bereits als hoch, in der Schweiz solche von 6000 bis 6500kg.» 

Dies belegen die neuesten Zahlen der Milchviehbetriebe, die im Herd-Support-Programm der UFA mitmachen. Ihre durchschnittliche Grundfutterleistung stieg von knapp 6'200kg im Jahr 2015 auf gut 6'800kg im Jahr 2017. Laut Hansueli Rüegsegger von der UFA lässt sich nur schwer abschätzen, wie hoch das Einsparpotenzial bei so hohen Grundfutterleistungen noch ist. «Ziel muss jedenfalls ein qualitativ hochstehendes Grundfutter sein. Dann kann mit relativ geringem Kraftfutter-Einsatz viel Milch produziert werden. Mit einer um 1000kg höheren Grundfutterleistung können einige 100kg Kraftfutter eingespart werden.» 

Zentral für Wirtschaftlichkeit

Laut Höltschi melken gute Grünland- und gute Hochleistungsbetriebe etwa gleich viel Milch aus dem Grundfutter: «Bei Milchleistungen über 6500kg ist der Kraftfuttereinsatz einfach höher.» Man müsse im Minimum 1,5kg Milch zusätzlich erzeugen, um den Einsatz von 1kg Kraftfutter wirtschaftlich zu rechtfertigen. 

Er betont die Bedeutung des Grundfutters in der Milchviehhaltung: «Hohe Raufutterleistungen sind zentral für die Wirtschaftlichkeit. Der Futterbau ist neben der Genetik der wichtigste Erfolgsfaktor. Die Schweiz spielt hier in einer eigenen Liga.» Doch der Aspekt Wirtschaftlichkeit sei nur ein Faktor: «Wir dürfen den Trumpf, dass unsere Kühe viel Milch aus Raufutter erzeugen, nicht verspielen, sondern müssen ihn gegenüber den Konsumenten  gezielt ausspielen.» 

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