Freitag, 5. März 2021
07.12.2020 08:43
Milchviehfütterung 

Grundfutterqualität für GMF-Betriebe elementar

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Von: Jörg Lisebach*

GMF-Betriebe müssen ihre Kühe mit einem limitierten Anteil Silomais, aber auch mit wenig Kraftfutter füttern. Da rückt die Grundfutterqualität in den Fokus. Stimmt diese, sind Leistungen bis 8000kg pro Kuh möglich.

Das Bundesprogramm zur Graslandbasierten Milch- und Fleischproduktion (GMF)  ist nun bereits seit sechs Jahren am Laufen. Im Zentrum steht eine standortangepasste Fütterung der Wiederkäuer, wobei je nach Standort auch Mais eine gute Futtergrundlage bietet.  Um den GMF-Beitrag von 200 Franken je ha Dauergrünflächen und Kunstwiesen zu erhalten, muss die Jahresration aller auf dem Betrieb gehaltenen raufutterverzehrenden Nutztiere zu 90 Prozent aus Grundfutter bestehen. Im Talgebiet müssen 75 und im Berggebiet 85 Prozent der Trockensubstanz (TS) aus Wiesen-oder Weidefutter bestehen.

Maisanteil limitiert

Bei Betrieben im Talgebiet mit guten Bodenverhältnissen für den Maisanbau ist der Mais jedoch oft der limitierende Faktor, vor allem wenn höhere Milchleistungen angestrebt werden. Frisst eine Kuh pro Tag 19,5 kg TS, so dürfen ihr maximal 3 kg TS oder 8,5 kg FS (Frischsubstanz) Maissilage verfüttert werden, unter der Bedingung, dass der restliche Teil des Grundfutters aus Dürrfutter, Grassilage oder Weidegras besteht. Der limitierte Maisanteil in der Ration ist oft auch limitierend für die Milchleistung, da der Kraftfuttereinsatz auf 10 Prozent beschränkt ist. Mit dem genannten TS-Verzehr und einer Milchleistung von 8000 kg dürfen einer Kuh pro Jahr maximal 698 kg Kraftfutter gefüttert werden, sofern keine anderen Raufutterverzehrer auf dem Betrieb sind. Sind Rinder, Kälber oder andere Raufutterverzehrer auf dem Betrieb, muss die Berechnung spezifisch erfolgen. Eine Laktationsleistung bis zu 8000kg ist unter diesen Bedingungen bei Top-Grundfutterqualität  jedoch realistisch. Bei höheren Milchleistungen können die Kühe meist nicht mehr bedarfsgerecht gefüttert werden, was negative Auswirkungen auf die Tiergesundheit mit sich zieht. Leidet die Tiergesundheit unter den GMF-Bedingungen, wird besser auf den Beitrag verzichtet, um das Tier bedarfsgerecht zu füttern.

Grassilage im Fokus

Bei GMF-Betrieben mit Silomilch rückt die Grassilage in den Fokus, da diese zwangsläufig einen höheren Anteil der Grundration einnimmt. Der erste Schnitt ist der qualitativ Beste und macht auch mengenmässig den grössten Anteil aus. Von einer guten Grassilage des ersten Schnitts kann gesprochen werden, wenn sie einen NEL-Gehalt von 6 MJ und 140 bis 160 Gramm Rohprotein pro kg TS aufweist. Besonders wichtig ist, dass die Grassilage bei der Ernte sauber ist. Dreck im Futter führt zu Fehlgärung und mindert den Futterwert. Da die Grassilage ein wichtiger Bestandteil der Ration ist, muss die Bestandeslenkung auf den Wiesen optimal sein. Eine dichte Grasnarbe, bodenschonende Erntemaschinen und optimale Wetterkonditionen bei der Ernte tragen viel dazu bei. Im Gegensatz zur Dürrfutterproduktion kann gute Silage in einem kürzeren Erntefenster produziert werden, was die Möglichkeit bietet, das Futter im richtigen Reifestadium einzubringen. Wer seinen Grasbestand im Griff hat, kann viel Geld sparen.

Synchron füttern

Gute Grassilage besitzt im Gegensatz zu andern Grundfuttermitteln einen hohen Anteil an schnell fermentierbarem Rohprotein. Die sollte bei der Fütterung miteinbezogen werden. Nicht nur deshalb bietet sich die Kombination mit Maisprodukten oder Dürrfutter bestens an. Eine optimale Kombination von Dürrfutter und Grassilage sichert nicht nur das Erreichen des GMF-Anteils, sondern macht bezüglich einer synchronen Pansenfermentation in jedem Fall Sinn. Bei einem hohen Anteil Grassilage soll auch das Ergänzungsfutter spezifisch nach dessen Eigenschaften ausgewählt werden. Dabei stehen Energieausgleich, Bypassanteil, so wie die Glukogenen Nährstoffe im Vordergrund, auch wenn ein Teil Maissilage in der Ration ist.

*Der Autor ist Ressortleiter Rindvieh im UFA-Beratungsdienst Sursee LU.

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