Donnerstag, 25. Februar 2021
06.05.2015 10:37
Futterernte

Heuen wird zur Geduldsprobe

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Von: Susanne Meier

Verbreitet fiel in den letzten Tagen bis zu 100mm Regen. Das verzögert die Futterernte und die Silomaissaat. Noch ist das Gras aber nicht überständig. Und ab nächster Woche scheint sich das Wetter zu stabilisieren.

Seit 1. Mai ist in der Schweiz so viel Regen gefallen wie selten zuvor. «Im Unterwallis und in den Waadtländer Alpen kamen mehr als 160 Liter/m2 vom Himmel», bilanziert Jürg Kurmann von  Meteotest. «Auf dem Napf gabs 136, in Bern 93 und in Zürich 85mm Niederschlag.» Der Regen hat nicht nur zu Hochwasser und Erdrutschen geführt, er beeinträchtigt auch die Futterernte. Zumal laut Kurmann kein stabiles Hoch in Sicht ist. «Eine Störung bringt wahrscheinlich am Freitag Regen. Weiterer Regen kann am Wochenende fallen.»

Futterqualität (noch) nicht beinträchtigt

Wer jetzt silieren oder heuen möchte, braucht Geduld. Am ehesten wird man in der Ostschweiz mit dem Mähen beginnen können. «Bei uns waren die Regenmengen mit 60 bis 70mm geringer», sagt Christof Baumgartner. Er ist Fütterungsberater am Bildungs- und Beratungszentrum des Kantons Thurgau und bewirtschaftet selber einen Betrieb. Und er beruhigt: «Der Regen hat die Futterqualität nicht beeinträchtigt, es ist nicht zu spät für eine gute Ernte. Eingrasbetriebe melken mit dem vorhandenen Gras nach wie vor extrem gut.» Dennoch rät er, bei Gelegenheit zu mähen.

Anton Rüst vom Amt für Landwirtschaft des Kantons Schwyz ergänzt: «Im Berggebiet eilt es nicht mit dem ersten Schnitt. In tieferen Lagen sollte  man Gras für Dürrfutter jetzt aber mähen können.» Besonders dränge sich der Schnitt bei Wiesen auf, die vom Regen flach gedrückt wurden: «Sie erholen sich nicht mehr.»

Vorsicht in Muldenlagen

Laut Simon Tschannen vom Inforama in Zollikofen BE haben im Kanton Bern in frühen Lagen insbesondere die Naturwiesen schon mit dem Rispenschieben begonnen – das optimale Stadium für den ersten Schnitt. Der Futterbauberater rät trotzdem, vor dem Mähen auch die Befahrbarkeit zu begutachten: «Die Böden sind sehr nass. Viele Felder können nicht befahren werden, ohne dass es zu Bodenverdichtungen führt. Und diese werden das ganze Jahr über negative Auswirkungen haben.»

Vorsicht sei besonders in Muldenlagen geboten: «Wo Wasser liegt, ist nicht nur der Boden gesättigt, sondern möglicherweise auch das Gras verschmutzt. Da muss man beim Silieren aufpassen, dass nicht zu viel Erde eingepackt wird.» Für den Silomais ist es laut Jürg Jost von KWS noch nicht zu spät: «Bei Saaten bis am 20. Mai  sind noch sehr hohe Erträge möglich.» Bis dann sollte der Mais im Boden sein. Kurmann: «In der neuen Woche dürfte sich die Wetterlage stabilisieren.»

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