13.02.2017 06:11
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Weidegang
Kein Weidebeitrag für Kühe
Der Bund hat kein Gehör für einen Weidebeitrag. Die Schweizer Milchproduzenten SMP sind enttäuscht. Ein solcher wäre nur den Milchbauern zugestanden.

Die Schweizer Milchproduzenten fordern gemeinsam mit dem Schweizer Bauernverband höhere Tierwohl-Beiträge für Milchkühe. Im Fokus der Diskussion stand ein zweistufiges Raus-Programm. Laktierende Kühe seien aufwendiger in der Weidehaltung als beispielsweise Mutterkühe, so das Argument. 

Konkret angedacht war, dass in einem separaten Raus-Programm zwischen einem Beitrag für den Auslauf ins Freie und einer Weidehaltung (2 Are pro Kuh) unterschieden wird. Gemäss Kurt Nüesch, dem ehemaligen Direktor der Schweizer Milchproduzenten (SMP), sollte dadurch auch der angespannten wirtschaftlichen Situation der Milchbauern Rechnung getragen werden.

Gefahr Nährstoffeinträge

Der Bundesrat bzw. die Kerngruppe «Tierwohlbestimmungen» welche die Revision der Direktzahlungsverordnung diskutiert hat, will von solch einem Weidebeitrag nun aber nichts wissen. Gemäss Verordnungsentwurf sind folgende Gründe für diesen Entscheid verantwortlich:
2015 hätten mehr als 80Prozent der Rinder-GVE Tierwohlbeiträge bezogen. Mit einem solchen Beitrag bestünde die Gefahr, dass Tiere weniger Weidefläche zur Verfügung hätten als heute.

Bei einem regelmässigen Auslauf mit 2 Aren pro Milchkuh würde diese Fläche sehr stark beansprucht. Es bestünde die Gefahr eines erhöhten Nährstoffeintrags auf der Fläche.

Ein solcher Tierwohlbeitrag gebe ein falsches Signal in Richtung Strukturen, die wenig Futterfläche, aber eine hohe Tierdichte hätten. Die hohe Tierintensität der Schweizer Landwirtschaft und insbesondere die schwierig kontrollierbaren Nährstoffverschiebungen gelten als Faktoren, die die Erreichung der Umweltziele in den Bereichen Nitrat und Ammoniak erschweren. Ein Programm, welches Betriebe mit einem ungünstigen Verhältnis von Flächen zu Tieren finanziell unterstütze, erschwere zusätzlich das Erreichen dieser Umweltziele.

SMP kämpfen weiter

Die SMP zeigen sich «ernüchtert» ob dem Entwurf.  «Die SMP werden sich an vorderster Front weiter dafür einsetzen, dass die Leistungen der Milchproduzenten beim Raus-Programm gemessen am Arbeitsaufwand gleichwertig abgegolten werden wie bei anderen Rindviehkategorien», schreibt der heutige Direktor Stephan Hagenbuch auf Anfrage.

Für zukunftsgerichtete Molkereimilchproduzenten sei der Status quo keine Lösung. Die Vernehmlassung werde nun Gelegenheit bieten, die unverwässerten Interessen der Schweizer Milchproduzenten aktiv einzubringen, so Hagenbuch weiter.

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